Nur geringer Sachschaden Böe drückt Baum gegen Osnabrücker Polizeigebäude

Von Frank Wiebrock


Osnabrück. Drei defekte Scheiben, reichlich Ast- und Blattwerk in den betroffenen Büros und leichte Schäden an der historischen Fassade: Am späten Sonntagnachmittag ist ein Baum gegen das Gebäude der Polizeiinspektion Osnabrück am Heger-Tor-Wall gekracht. Eine Windböe hatte die Linde gegen 18 Uhr halb entwurzelt und gegen das unter Denkmalschutz stehende ehemalige Gebäude der Bezirksregierung gedrückt. Inzwischen haben Mitarbeiter des Grünflächenamtes den Baum filetiert und beseitig.

Verletzt wurde bei dem Baumsturz auf das historische Verwaltungsgebäude niemand, die Büros selbst waren zu diesem Zeitpunkt leer. Die Feuerwehr sicherte die in Schräglage geratene Linde und sperrte den Gehweg. Da keine weitere Gefahr von dem Baum ausging, wurde die Beseitigung auf den heutigen Montag verschoben. Inzwischen haben Mitarbeiter des Osnabrücker Grünflächenamtes den Baum mit Hilfe von Kettensäge und Kran fachkundig ge- und zerlegt und verladen.

Es ist bereits der zweite Baum innerhalb kurzer Zeit, der in Osnabrück umstürzte: Im September verlor in der Johannisstraße eine zwölf Meter hohe und etwa 30 Jahre alte Scheinakazie im aufgeweichten Boden den Halt. Sie kippte auf die Fahrbahn, zwei Frauen wurden von Ästen und Zweigen getroffen und dabei leicht verletzt.

Am Gebäude der Polizeidirektion blieb es bei Sachschäden: Neben drei Fensterscheiben und einem Fensterrahmen litt auch die Gebäudefassade. Ein Sims wurde abgerissen. Ansonsten erwies sich der Bau als so solide, wie er wirkt.

Schließlich wurde das Gebäude vor rund 120 Jahren am damaligen Kanzlerwall errichtet. Für das „Königliche Regierungsgebäude“ ließ Oberbaurat Zastrau nicht kleckern, sondern klotzen. Schließlich baute hier nicht irgendwer, sondern das Königreich Preußen. Drei Flügel mit Ecktürmen, Turmhauben und einem großen Rundbogenportal, ein von beindruckenden Säulen gestütztes Treppenhaus gestützt, das Gemäuer erinnert mehr an ein Schloss als einen Verwaltungsbau. Zumindest von außen und im Treppenhaus. 613.200 Mark investierte das Königreich damals in das Gebäude.

Preußen ist inzwischen Geschichte, Bezirksregierungen in Niedersachsen auch. Seit November 2004 ist das ehemalige Regierungsgebäude Sitz der Polizeidirektion Osnabrück und Amtssitz des Osnabrücker Polizeipräsidenten. Die Polizeidirektion ist die Stabsbehörde für die Polizeiinspektionen Osnabrück, Aurich/Wittmund, Emsland/Grafschaft Bentheim und Emden/Leer sowie die Zentrale Kriminalinspektion (ZKI). Die Immobilie gehört dem Land Niedersachsen.


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