Eine Minute mit Vordemberge-Gildewart (13): Relief für das Elternhaus Vom Treppenhaus in das Museum

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<em>Das Relief</em> von Vordemberge-Gildewart. Foto: Jörn MartensDas Relief von Vordemberge-Gildewart. Foto: Jörn Martens

In einer Serie stellen wir Kunstwerke des Osnabrücker Konstruktivisten Friedrich Vordemberge-Gildewart vor. Heute: Das Relief von 1950.

Osnabrück. Nur ein Ausstellungsexponat? Nein, das Wandrelief, das Friedrich Vordemberge-Gildewart , kurz VG, 1950 schuf, hat eine wechselvolle Geschichte. Das Objekt, das jetzt in der VG-Ausstellung im Osnabrücker Felix-Nussbaum-Haus zu sehen ist, war zunächst fest installiert. Vordemberge-Gildewart brachte die Farbflächen in Gelb, Blau und Schwarz direkt auf die Wand in seinem Elternhaus in der Großen Gildewart 27 in Osnabrück an und montierte elf weiße Holzstäbe darüber zu einem spannungsreichen Relief.

Mit dem Verkauf des Hauses 1982 entfernte die Familie Vordemberge das Relief und brachte es auf einen Holzträger auf. So wurde aus der ortsgebundenen Arbeit ein transportables Ausstellungsstück, das jetzt im Museum gezeigt wird.

Letzte Kehrtwende: Seit wenigen Wochen ist das Relief auch im Haus in der Großen Gildewart wieder zu sehen – als Rekonstruktion. Zwei Osnabrücker Designstudenten haben das Relief nach dem originalen Vorbild wieder im Treppenhaus montiert.

Doch eines bleibt sich gleich – die Spannung zwischen Raumrelief und planer Malerei, die VG in dieser Arbeit inszeniert. Und die Kunst, mit der er die Sprache der konkreten Kunst aufruft. Rechteck gegen Kreis, Primär- gegen Nichtfarben: So funktioniert die Grammatik der konkreten Kunst.


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