3,3 Prozent „sensationell“ Schlagersänger Steiffen wird Vierter bei OB-Wahl

OB-Kandidat Christian Steiffen verbrachte den Wahlabend in seiner Stammkneipe „Grand Hotel“. Wo der Schlagersänger monatlich zum „Disco Bingo“ einlädt, bejubelten am Sonntagabend viele Unterstützer seiner Polit-Kampagne „Ich für uns“ das Ergebnis des parteilosen Bewerbers.  Foto: Sebastian StrickerOB-Kandidat Christian Steiffen verbrachte den Wahlabend in seiner Stammkneipe „Grand Hotel“. Wo der Schlagersänger monatlich zum „Disco Bingo“ einlädt, bejubelten am Sonntagabend viele Unterstützer seiner Polit-Kampagne „Ich für uns“ das Ergebnis des parteilosen Bewerbers. Foto: Sebastian Stricker

Osnabrück. Die gute Nachricht für alle Schlagerfans vorweg: Eintrittskarten für Konzerte von Christian Steiffen behalten ihre Gültigkeit. Bei der Osnabrücker Oberbürgermeister-Wahl spielte der Sänger wie erwartet keine entscheidende Rolle und setzt damit seine Bühnenkarriere fort. Als parteiloser Kandidat landete er jedoch auf einem respektablen vierten Platz – vor dem Kabarettisten Kalla Wefel und FDP-Bewerber Robert Seidler.

Knapp 3,3 Prozent standen am Ende für Steiffen zu Buche. Damit gaben ihm mehr als 2700 Osnabrücker ihre Stimme.

„Ein sensationelles Ergebnis“, fand Steiffen, der zum ersten Mal bei einer politischen Wahl angetreten war. „Eine unendliche Steigerung zu vorher“ sei das, witzelte der Barde. „Mathematisch ist das eigentlich gar nicht möglich, was mir heute gelungen ist.“ Die repräsentative NOZ-Umfrage hatte ihn vor einer Woche bei 2,8 Prozent gesehen. Steiffen hatte gehofft, das Ergebnis zu halten. „Jetzt habe ich es sogar übertroffen.“ Dass er „die Fünf-Prozent-Würde verfehlt“ hat, nahm der Paradiesvogel gelassen.

Als selbst ernannter „Politainer“ war Steiffen angetreten, um Politik mit Entertainment zu verbinden. Auf der Wahlparty in seiner Stammkneipe „Grand Hotel“ gelang ihm das am Sonntagabend wieder einmal eindrucksvoll. Unter dem Motto „Mehr Volumen in Prozent“ feierte Steiffen mit mehreren Dutzend Gästen, schrieb Autogramme, schenkte Bier aus und gab Telefoninterviews. Auch ins Rathaus stand die Leitung – besonders als zwischenzeitlich die Homepage der Stadt Osnabrück mit den aktuellen Zwischenresultaten unerreichbar war. „Ab morgen sorge ich für mehr Serverkräfte“, scherzte Steiffen in der Annahme, dort ab Montag das Sagen zu haben. Immerhin brachte er so in Erfahrung, in Pye „sehr gut“ zu liegen. Aus den Socken haute den Sänger jedoch die Nachricht, die ihn über den NOZ-Liveticker erreichte: über 15 Prozent Stimmenanteil in der Drei-Religionen-Schule. Steiffen augenzwinkernd: „Wo ist die Drei-Religionen-Schule?“

Ob er sein Ziel, Nichtwähler an die Urne zu locken, erreicht habe, vermochte der Kandidat aus dem Stegreif nicht zu sagen. Und was seine Anhänger in zwei Wochen bei der Stichwahl ankreuzen, überließ er ihnen. „Von mir gibt es keine Empfehlung. Das sind alles mündige Bürger.“ Er selbst wolle sich jetzt vorläufig von der Politikbühne zurückziehen – um möglicherweise bei der nächsten Kommunalwahl wieder anzutreten mit dem Ziel, in den Rat einzuziehen. Zunächst müssen seine Fans wieder mit dem Sänger Christian Steiffen Vorlieb nehmen. Der hat gerade seine neue CD „Arbeiter der Liebe“ herausgebracht. Am 12. Oktober beginnt dann die mehrwöchige Konzertreise mit rund 30 Auftritten in ganz Deutschland.


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