Berghegger holt Direktmandat Meller jubeln für CDU-Kandidat André Berghegger

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Riesenjubel bei der CDU im Osnabrücker Land: André Berghegger hat bei der Wahl zum 18. Deutschen Bundestag ein traumhaftes Ergebnis erzielt 53,1 Prozent der Wähler stimmten für den 41-jährigen Bürgermeister aus Melle, der damit als Nachfolger von Georg Schirmbeck in den Bundestag einziehen wird. Rainer Spiering kam auf 32,3 Prozent. Damit ist die Union in der Region der klare Gewinner.

„Noch bin ich ungläubig, die Tendenz sieht zwar richtig gut aus, aber richtig freuen kann ich mich erst, wenn der letzte Wahlbezirk ausgezählt ist“, äußerte sich Berghegger verhalten, als er um 19.20 Uhr mit Ehefrau Maike den Sitzungssaal des Stadthauses betrat. Die Prognosen deuteten schon da auf einen ungefährdeten Wahlsieg hin, doch Berghegger blieb äußerlich ruhig und gelassen.

Ortswechsel: Um 19.40 Uhr treffen Berghegger und sein Frau in Begleitung von MdL Gerda Hövel in der alten Stadthalle ein, wo sie von rund 60 CDU-Anhängern begeistert empfangen werden: Berghegger muss Hände schütteln und wird umarmt. Er gönnt sich ein erstes Bier, während nach und nach immer mehr CDU-Sympathisanten eintrudeln. Gespannt verfolgen sie auf einer Großleinwand die einlaufenden Ergebnisse.

20.30 Uhr; 319 von 322 Wahlbezirken sind ausgezählt. In diesem Moment kennt der Jubel keine Grenzen mehr: „André, André, André“ schallt es durch die Halle, rhythmisches Klatschen begleitet das Szenario.

Gerda Hövel greift zum Mikrophon und gratuliert als Erste: „Dieser Jubel zeigt, wie sehr wir uns alle freuen, es ist ein großartiges Ergebnis für die CDU im Landkreis, aber auch ein wunderbares Ergebnis für Melle“, betont sie: „Wir sind besonders stolz auf unseren Bürgermeister, es ist ein super toller Erfolg, den wir mit Freude und Stolz hnorieren.“

Nach minutenlangem Applaus und Zugabe-Rufen übernahm Berghegger das Mikro: „Ich bin total überwältigt,“ rief er seinen frenetisch jubelnden Parteifreunden zu. Sichtlich gelöst und entspannt dankte er allen Unterstützern für eine „super Leistung“, einen „irren Wahlkampf“ und ein „tolles Ergebnis für die CDU im Osnabrücker Land“. Seit der Nominierung im Oktober letzten Jahres habe er viel Rückenwind erfahren: „Dieses Resultat ist wirklich ein toller Vertrauensvorschuss. Dafür möchte ich mich herzlich bedanken.“

Rainer Spiering hat es ebenfalls geschafft. Im zweiten Anlauf wurde der 57-jährige Bad Rothenfelder für die SPD in den Bundestag gewählt. Mit 32,3 Prozent der Stimmen blieb sein Ergebnis im Vergleich zu 2009 (32,2 Prozent) nahezu konstant: „Das ist nicht berauschend, aber okay“, findet der gelernte Berufsschullehrer. In Berlin spekuliert er mit einem Sitz im Landwirtschaftsausschuss, „aber ich warte natürlich ab, wie die Neigungen der anderen Abgeordneten sind.“ Montagabend sei er bereits in Berlin, dann werden die ersten Pflöcke eingeschlagen.“ Sein Fazit des Zweitstimmenergebnisses von 29,4 Prozent für die Sozialdemokraten im Landkreis: „Die SPD hat sich so wacker geschlagen, wie es eben ging.“

Schock für die FDP – und ein persönlicher für ihren Kandidaten Matthias Seestern-Pauly: „Das ist kein Tag, um glücklich zu sein“, sagte er. Von 9,1 Prozent der Stimmen bei der Bundestagswahl 2009 rutschte der Lehrer auf schmerzhafte 1,8 Prozent ab. Bei den Zweitstimmen kam die FDP auf 4,6 Prozent. Das sei besser als der Bundesschnitt. Seestern-Pauly sieht die Fehler bei der Bundes-FDP: „Wir haben unsere Inhalte nicht herausgestellt.“

Für den Grünen-Kandidaten Florian Zimmeck sind 5,8 Prozent der Erststimmen „okay“. Mit Platz drei unter den Kandidaten im Wahlkreis stehe er immerhin auf dem Treppchen. „Ich bin ein politischer Frischling und hatte mir zum Ziel gesetzt, nicht mehr als zwei Prozentpunkte unter dem Zweitstimmenergebnis zu landen.“ Das liegt bei 7,7 Prozent. Ein Wert, der ihn enttäuscht, aber nicht überrascht. Hat der Partei die Pädophilie-Debatte geschadet? Zimmeck umkurvt das Thema: „Wir haben es nicht verstanden, unseren Markenkern zu präsentieren.“

Der Linken-Kandidat Bernhard Rohe sieht das schlechte Abschneiden seiner Partei entspannt. Mit 3,6 Prozent der Erst- und 4,0 Prozent der Zweitstimmen liegt die Linke erheblich unter ihren Zahlen von 2009. Für ihn persönlich kein Drama: „Ich bin gar nicht enttäuscht. Die Erststimme war nicht unser primäres Ziel.“ Schließlich hätte seine Partei bei der letzten Bundestagswahl ein absolutes Hoch habt. Seitdem sei es bergab gegangen. Aber nun haben wir die Dellen bei Kommunal- und Landtagswahlen offenbar überstanden.“

Das Klassenziel verfehlt hat die AfD mit 2,7 Prozent der Zweitstimmen. Bodo Suhren, Beisitzer im Kreisverband Osnabrück, ärgert sich über das im Vergleich zum Bundestrend schlechte Ergebnis, wertet es aber als „Anfängerprobleme“. Die Zeit zwischen der Gründung des Kreisverbands im Juni und der Frist für Direktkandidaten im Juli sei einfach zu knapp gewesen.

Der Artikel wurde am 23. September aktualisiert.


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