Sechs Kandidaten stehen zur Wahl Osnabrück wählt einen neuen Oberbürgermeister

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Wer zieht demnächst ins Rathaus ein? Symbolfoto: Jörn MartensWer zieht demnächst ins Rathaus ein? Symbolfoto: Jörn Martens

yjs/S. Osnabrück. Am heutigen Sonntag sind 120.194 Bürger aufgerufen, zur Wahl zu gehen. Oder aber 127.675 – je nachdem. Denn heute findet nicht nur die Bundestagswahl statt, die Stadt Osnabrück sucht auch einen neuen Oberbürgermeister. Sechs Kandidaten stehen hierfür zur Wahl.

Am heutigen Sonntag sind 120.194 Osnabrücker wahlberechtigt für die Bundestagswahl. Als wahlberechtigt gelten alle Osnabrücker ab 18 Jahren mit deutscher Staatsbürgerschaft, die seit mindestens drei Monaten ihren Wohnsitz in Deutschland haben. Bei der Oberbürgermeisterwahl ist das anders: Hier werden auch die Stimmen der Jüngeren gehört. Einen neuen OB darf wählen, wer mindestens 16 Jahre alt ist, eine deutsche oder die EU-Staatsangehörigkeit besitzt und seit mindestens drei Monaten mit Hauptwohnsitz in Osnabrück lebt. In Osnabrück sind das 127.675 Bürger.

Vier, fünf oder acht Jahre?

Einen weiteren Unterschied gibt es zwischen diesen beiden Wahlen: Während die Legislaturperiode des Bundestags vier Jahre dauert, bekleidet der Oberbürgermeister sein Amt für acht Jahre. Allerdings kündigte Osnabrücks ehemaliger Oberbürgermeister und jetziger Innenminister, Boris Pistorius, an, die Amtszeit von acht auf fünf Jahre verkürzen zu wollen.

Qual der Wahl

So viel vorweg: Wer in Osnabrück bei der OB-Wahl wahlberechtigt ist, hat die Qual der Wahl. Und die ist in Osnabrück groß: Sechs Kandidaten sind für die Wahl des Oberbürgermeisters zugelassen. Auf dem Wahlzettel darf jedoch nur ein Kreuz gemacht werden.

Die sechs Kandidaten

Für die CDU tritt zum zweiten Mal Wolfgang Griesert an. Der frühere Stadtbaurat war bereits im November 2006 von der CDU nominiert worden. Damals konnte er im ersten Wahlgang die meisten Stimmen auf sich vereinen. Bei der Stichwahl gab es aber einen eindeutigen Sieger: Pistorius

Mit der Nominierung Birgit Bornemannshat die SPD erstmals seit mehr als 20 Jahren in Osnabrück wieder eine Frau für das Amt vorgeschlagen. Die Geschäftsführerin des Osnabrücker Studentenwerkes verfügt über breite berufliche Erfahrungen, betritt aber politisch Neuland.

Die Grünen schicken den Rechtsanwalt Thomas Klein ins Rennen. Er sitzt seit 2011 für die Grünen im Osnabrücker Stadtrat, hat seit Herbst 2012 das grüne Parteibuch. Klein hat sich seit Jugendzeiten außerhalb von Parteien immer auf verschiedenen Feldern politisch betätigt.

Mit Robert Seidler tritt für die FDP ebenfalls ein Rechtsanwalt an. Der Liberale saß von 1999 bis 2002 im Stadtrat und führte die Fraktion an. In dieser Zeit war er als Bürgermeister tätig. Seidler ist vielen Osnabrückern als Gründer und Vorsitzender des Vereins „Kinder in Not“ bekannt.

Mit Christian Steiffen bewirbt sich erstmals ein Schlagersänger um das höchste Amt der Stadt. Als Reverend Hardy Hardon mischte er 2007 den Katholikentag in Osnabrück auf. Steiffen mit dem bürgerlichen Namen Hardy Schwetter ist nicht der einzige parteilose Kandidat.

Auch Kabarettist Kalla Wefel wirft seinen Hut in den Ring. Sein politisches und humoristisches Interesse an seiner Heimatstadt zeigt bei seinen regelmäßigen Heimatabenden.

Hier finden Sie die ausführlichen Porträts der Kandidaten samt einer kurzen Videovorstellung.

Nach der Wahl ist vor der Wahl?

Erreicht keiner der Kandidaten im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit von mehr als 50 Prozent, findet am 6. Oktober eine Stichwahl statt. In diesem Falle träten die beiden Kandidaten gegeneinander an, die im ersten Wahlgang die meisten Stimmen erhalten haben. Einer Wahlumfrage zur OB-Wahl der Neuen OZ zufolge ist das wahrscheinlich: Ihr zufolge liegen Wolfgang Griesert und Birgit Bornemann mit großem Vorsprung vorne, ohne aber die absolute Mehrheit zu erreichen. Der Hochrechnung zufolge träten die beiden Kandidaten am 6. Oktober in einer Stichwahl gegeneinander an.

Warum wird jetzt gewählt?

Boris Pistorius gab das Amt des Oberbürgermeisters am 19. Februar dieses Jahres vorzeitig ab (Amtsbeginn: 7. November 2006). Als Stephan Weil Ministerpräsident Niedersachsens wurde, berief er Pistorius als Innenminister in sein Kabinett. Seither ist die Stadt ohne gewähltes Stadtoberhaupt. Kommissarisch im Amt ist seither Stadträtin Rita MariaRzyski.

Übrigens: Alle Informationen zur Bundestagswahl finden Sie unter www.noz.de/wahl.


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