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Netto zieht vorübergehend ins Zelt Hinterhof wird zum Vorzeigeobjekt: Neues Geschäftszentrum für die Weidenstraße in Osnabrück

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Osnabrück. Der Obst- und Gemüsegroßmarkt an der Weidenstraße war keine Augenweide. Mit einem neuen Geschäftszentrum für die Nahversorgung soll der Hinterhof städtebaulich aufgewertet werden. Oberbürgermeister Boris Pistorius und Stadtbaurat Wolfgang Griesert kamen jetzt zum ersten Spatenstich.

„Weidencarrée“ nennt Johannes Külkens das Neubauprojekt zwischen Adolfstraße und Auguststraße, das Anfang Dezember fertig werden soll. Der Geschäftsführer der Bäckerei Wellmann hat mit seiner Immobiliengesellschaft das 0,78 Hektar große Abbruchgelände parzellenweise erworben und für neue Nutzungen erschlossen. Beim Spatenstich stellte er seine Pläne und seine künftigen Mieter vor.

Der Netto-Markt, der seit über 20 Jahren an der Adolfstraße besteht, zieht in ein größeres Domizil mit 1000 qm Verkaufsfläche an der Weidenstraße. Weitere Mieter sind die Drogeriekette dm, denn’s Biomarkt, eine Apotheke mit Arztpraxen und eine Bäckereifiliale von Wellmann. Auf den Parkplatz passen 110 Autos.

Eine originelle Übergangslösung haben sich die Planer von der Ingenieurgemeinschaft Krabbe für den NettoMarkt ausgedacht: Schon im April soll das bestehende Gebäude abgebrochen werden, der Neubau wird voraussichtlich erst ein halbes Jahr später bezugsfertig sein. So lange wird der Discounter in einem Zelt entlang der Weidenstraße untergebracht.

Alle Geschäfte im „Weidencarrée“ werden großzügige Fensterflächen aufweisen und das Tageslicht nutzen. Die Gebäude werden mit Nahwärme aus dem Blockheizkraftwerk der Stadtwerke beheizt, die Lüftungs- und Klimageräte werden mit einer Wärmerückgewinnung ausgestattet. Auf der 1300 Quadratmeter großen Dachfläche will Johannes Külkens eine Fotovoltaikanlage mit einer Gesamtleistung von 18000 Kilowatt installieren. Der jährliche CO2-Ausstoß soll sich damit gegenüber einer herkömmlichen Bauweise um 18 Tonnen reduzieren, wie es Norbert Reisige von der Ingenieurgemeinschaft Krabbe vorrechnete.

Auch der Lärmschutz spielte bei der Planung eine Rolle. Für die Lastwagen, die den Netto-Markt beliefern, wird eine offene Halle errichtet, damit die Geräuschbelastung für die Nachbarn erträglich bleibt.

An einigen Stellen musste das Erdreich ausgekoffert werden, weil Jahrzehnte alte giftige Hinterlassenschaften im Boden nachgewiesen wurden. Sie stammten von einer alten Tankstelle und von der Lackiererei der Firma Karmann. Diese Lackiererei hatte der Auto- und Karosseriebauer zwischen der Kaiserzeit und dem Zweiten Weltkrieg an der Weidenstraße betrieben. Beim ersten Spatenstich würdigte Oberbürgermeister Boris Pistorius das Engagement von Johannes Külkens. Das Bauvorhaben sei ein „echter Gewinn“ für das Quartier, und die Nahversorgung werde deutlich verbessert.


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