zuletzt aktualisiert vor

Krise trifft Osnabrücker Speditionen

Meine Nachrichten

Um das Thema Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

<b>Dank Abwrackprämie</b> kann die Spedition Egerland wieder in vollere Auftragsbücher schauen. Für den Geschäftsführer ist das aber nur ein „Zwischenhoch“. <br><i>Foto: Michael Hehmann</i>Dank Abwrackprämie kann die Spedition Egerland wieder in vollere Auftragsbücher schauen. Für den Geschäftsführer ist das aber nur ein „Zwischenhoch“.
Foto: Michael Hehmann

Die Wirtschaftskrise trifft zwei große Osnabrücker Speditionen: Während Egerland von 20 Prozent Umsatzrückgang in den ersten beiden Monaten des Jahres spricht, sucht Hellmann nach Einsparmöglichkeiten – und ist schon fündig geworden.

„Wir spüren die Krise unmittelbar“, sagt Egerland-Geschäftsführer Kay Hanns Ewaldsen. Aber: „Wir sind in einem Zwischenhoch.“ Der Transport von Autos ist das Hauptgeschäft von Egerland. Nach schlechten Geschäften zu Jahresbeginn sorgt die Abwrackprämie derzeit für vollere Auftragsbücher.

Während die Spedition im Januar wegen des Produktionsausfalls in vielen Autofabriken rund 400 Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken musste, rollen jetzt die Räder wieder. Lediglich einige Dutzend Verwaltungsangestellte sind derzeit noch immer in Kurzarbeit. Kay Hanns Ewaldsen schaut allerdings mit Sorge auf dieses Jahr. Ab den Sommerferien könnte sich die Lage für sein Unternehmen wieder verschärfen. Der Grund: Das mögliche Ende der Abwrackprämie und die allgemein schlechten konjunkturellen Aussichten für das zweite Halbjahr kommen dann zusammen, weiß Ewaldsen.

Sollte sich die Krise verschärfen, müsse Egerland auch über Entlassungen nachdenken, räumt der Geschäftsführer ein. Zur Panik gebe es aber keinen Grund. Sein Ziel: Personalabbau in jedem Fall verhindern. „Wir machen weiter, solange es geht.“ Notfalls will das Unternehmen mit Kurzarbeit durch die Krise kommen. „Das ist besser, als Fachleute zu entlassen und sie später wieder suchen zu müssen, erklärt Ewaldsen.

Auch beim Logistik-Unternehmen Hellmann ist die Wirtschaftskrise bemerkbar. „Wir haben die Hoffnung, dass die Krise nicht über das Jahr 2009 hinausgeht, sagt der Generalbevollmächtigte Karl Engelhard. „Genau kann dies niemand absehen, aber wir gehen davon aus, dass nach der Sommerphase das Aufkommen wieder zunimmt.“ Hellmann reagiert mit Einsparungen auf die Krise. Seit Februar hat die Firma Kurzarbeit angemeldet – für sechs Monate. „Alle Kosten stehen auf dem Prüfstand in allen Häusern, werden analysiert und auf eventuelle Einsparpotenziale untersucht“, erklärt der Generalbevollmächtigte.

Das bekommt derzeit insbesondere die Marketing-Abteilung zu spüren. Dort wurden Gelder erst mal eingefroren, so Engelhard. Einige hausinterne Veranstaltungen werden aus Kostengründen in diesem Jahr nicht stattfinden. „Wenn sich die Krise weiter verschlimmert, müssen wir weitere Maßnahmen überdenken“, prognostiziert Karl Engelhard.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN