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Nachweis für alle Rassen Hundeführerschein ist ab 1. Juli Pflicht

Von Jean-Charles Fays

Dieser Hund und seine Halterin haben den Hundeführerschein bereits bestanden. Foto: ArchivDieser Hund und seine Halterin haben den Hundeführerschein bereits bestanden. Foto: Archiv

Osnabrück. Der Hundeführerschein ist ab Montag, 1. Juli, für alle Neuhundehalter Pflicht. Ausgenommen von der Pflicht für den sogenannten Sachkundenachweis sind Halter, die ihren Hund bereits vor Juli 2011 erworben haben oder ihre Sachkunde anderweitig erworben haben. Wenn der Halter seinen Hund anderen anvertraut, übernimmt er weiterhin die Verantwortung. Der Sachkundenachweis ist für alle Rassen verpflichtend.

Die Leiterin des Osnabrücker Ordnungsamtes, Karin Heinrich, kündigte an: „Wir werden anlassbezogen und stichprobenartig kontrollieren. Diejenigen, die ohne Hundeführerschein erwischt werden, müssen mit einem Ordnungswidrigkeitsverfahren und einem Bußgeld rechnen.“ Außerdem werde der Halter verpflichtet, den Hundeführerschein nachzuholen. Über die Höhe des Bußgeldes werde im Einzelfall entschieden. Es komme darauf an, ob es ein Wiederholungsfall sei, ob vorsätzlich oder fahrlässig gehandelt wurde. Zudem sollen bei den Kontrollen Flyer verteilt werden, die über die neue Pflicht aufklären.

Eine Liste der niedersächsischen Prüfer, die den Hundeführerschein abnehmen dürfen, ist auf der Homepage der Tierärztekammer Niedersachsen , auf der Webseite der Tierärztlichen Arbeitsgemeinschaft Hundehaltung oder und unter der Homepage des niedersächsischen Verbraucherschutzministeriums zu finden. Die theoretische und die praktische Prüfung kosten insgesamt 134,50 Euro. Ein Vorbereitungsseminar kostet zusätzlich durchschnittlich zwischen 60 und 110 Euro. Dazu kommen Ausgaben für die je nach Hundeschule unterschiedlich teuren Übungsstunden. Das Zertifikat des bundesweit einheitlich geregelten „D.O.Q.-Test 2.0“ wird in Niedersachsen als Hundeführerschein anerkannt. Nach bestandener Prüfung muss das Zertifikat beim Ordnungsamt abgegeben werden. Bei Kontrollen informiert die Behörde, ob der Nachweis vorliegt.

Vor vier Jahren hatten zwei Rottweiler zwei Kleinkinder und deren Mutter in Hildesheim schwer verletzt. Die damalige Landesregierung novellierte 2011 als Reaktion auf die Beißattacken das Hundegesetz.

Jeder Hund muss seit Juli 2011 einen Chip unter dem Fell tragen. Dieser enthält seine Identitätsnummer und Angaben zum Halter. Außerdem wurde im Sommer 2011 eine Versicherungspflicht für Hunde eingeführt. Als eine weitere Maßnahme des novellierten Hundegesetzes ist nach einer zweijährigen Übergangsfrist am 1. Juli 2013 der Hundeführerschein zur Pflicht geworden.