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Veranstaltung sm 28. November Gesundheitsforum in Osnabrück: Warnsignale der Demenz

Von Frank Henrichvark


Osnabrück. Es sind keine guten Aussichten auf ein glückliches Alter, wenn die Diagnose Demenz lautet: Annähernd die Hälfte aller Frauen und ein Drittel der Männer, die im Rentenalter versterben, litten zuvor an einer demenziellen Erkrankung. Zu 90 Prozent waren diese Patienten deshalb auch pflegebedürftig. Und die Zahlen nehmen zu: So ist nach neuesten Berechnungen mit einem Anstieg der Demenz von heute 1,3 Millionen Betroffenen auf voraussichtlich 2,6 Millionen im Jahr 2050 zu rechnen.

Diagnose, Behandlung und Betreuung demenzkranker Patienten sind denn auch die Themen beim nächsten Gesundheitsforum der Ärztekammer Osnabrück. Auch in diesem Winterhalbjahr bieten das Medienhaus Neue OZ und die Ärztekammer Niedersachsen wieder mehrere Vortragsveranstaltungen mit kompetenten Referenten an. Der nächste Vortragsabend am Mittwoch, 28. November, wird sich dabei mit dem Thema Demenz beschäftigen. Die beiden Einzelvorträge zur Behandlung und Versorgung demenzkranker Menschen beginnen um 19 Uhr und finden statt im Medienhaus Neue OZ am Berliner Platz, Breiter Gang 10–16, in Osnabrück. Die Einführung und Moderation übernimmt Dr. Gisbert Voigt, Vorsitzender der Bezirksstelle Osnabrück der Ärztekammer Niedersachsen.

Die beiden Referenten haben in vielfältiger Weise mit der Behandlung und Betreuung demenziell erkrankter Menschen zu tun. Dr. Dieter Lüttje ist Chefarzt der Medizinischen Klinik IV für Geriatrie und Palliativmedizin am Natruper Holz. Die Krankenschwester und Sozialarbeiterin Jennifer Kiel arbeitet als Case-Managerin im Sozialdienst dieser Klinik und kümmert sich dort um die Überleitung der Patienten vom stationären Aufenthalt in die häusliche und pflegerische Betreuung.

Die ersten Symptome einer beginnenden Demenz äußern sich nur schleichend, werden von Betroffenen und Angehörigen gern als „Vergesslichkeit“ abgetan. Mitunter können noch bis zu zehn Jahre vergehen, bis diese Patienten dann pflegebedürftig werden. Umso wichtiger sei es, auf die ersten Anzeichen zu achten, sagt Lüttje: „Das können spürbare Veränderungen im Verhalten oder den Lebensumständen sein, aber auch Überforderungssituationen im Alltag.“ Bis heute sei die Demenz nicht heilbar, wie auch die Wissenschaft nach wie vor unterschiedliche Hypothesen zur Entstehung dieser Erkrankungen verfolgt. Deshalb stehen für den Chefarzt der Geriatrie auch nicht die Medikamente im Vordergrund, sondern ein angemessener Umgang mit den Patienten: „Die Demenz und das veränderte Verhalten der Erkrankten zu verstehen ist vielleicht der wichtigste Behandlungsansatz.“

Die Pflege und die meist permanente Betreuung von Demenz-Patienten belasten vor allem die Angehörigen sehr. Professionelle Pflegedienste, Tagespflege-Angebote und Selbsthilfegruppen können dabei aber zumindest teilweise entlasten. „Pflegende Angehörige müssen auch an sich selbst denken, damit sie nicht ausbrennen“, sagt denn auch Jennifer Kiel, die im Sozialdienst der Klinik am Natruper Holz tätig ist, „unsere Aufgabe ist es dann, bei der Überleitung vom stationären in den ambulanten Bereich solche Entlastungsmöglichkeiten zu vermitteln.“

Nach den Vorträgen besteht Gelegenheit zur ausführlichen Diskussion und Beantwortung von Fragen aus der Zuhörerschaft. Eine Anmeldung zu dieser Veranstaltung wird erbeten unter Telefon 0541/15047021.