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Um Zeit, statt Geld bitten Handschlag: Aktionstag der Bürgerstiftung Osnabrück vereint Unternehmen und soziale Einrichtungen

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Osnabrück. Stein auf Stein für den guten Zweck. Beim Aktionstag der Bürgerstiftung Osnabrück unterstützen Unternehmen soziale Einrichtungen. Nicht mit Geld, sondern mit Arbeitszeit und -kraft.

Auf dem Brückenhof in Georgsmarienhütte entsteht eine neue Feuerstelle mit Bänken und Hockern. Steine schleppen, Holz zuschneiden, abmessen: Der 14-jährige Gabriel findet es super: „Ich habe vor allem geholfen die Feuerstelle auszuheben.“ Auch Sozialpädagoge Christian Scheper freut sich über die Aktion: „Das merkt man oft: Sobald die Kinder etwas zu tun haben, sind die Probleme weg.“ Der Brückenhof ist eine Außenstelle der Lega S Jugendhilfe, auf der die Jugendlichen die Natur kennen lernen sollen. Geholfen wird ihnen von sieben RWE-Auszubildenden aus dem dritten Lehrjahr: „Die Stimmung ist gut, es macht Spaß!“

Auch die Mitarbeiter der Industrie- und Handelskammer packen mit an: Ihr Projekt ist die Spurensicherung an der Gedenkstätte Augustaschacht in Hasbergen. Hier helfen sie den Jugendlichen des Zentrums für Jugendberufshilfe die Bodenfunde wieder abzudecken und einen Kiesweg zur Gedenkstätte aufzuschütten. „Wir können nicht richtig handwerklich arbeiten, deshalb haben wir uns für die grobe Arbeit entschieden“, so Karin Lahrmann-Krause von der Öffentlichkeitsarbeit. Für die Gedenkstätte kommt diese Unterstützung genau richtig: „Die Arbeit drängte schon länger, dank der Hilfe können wir sie erledigen“, sagt Geschäftsführer Michael Gander.

Der Aktionstag ist das Finale der von der Bürgerstiftung Osnabrück im dritten Jahr in Folge organisierten Initiative „Handschlag – Unternehmen sozial engagiert“. Sie umfasst insgesamt 30 Kooperationsprojekte mit 27 sozialen Organisationen und Einrichtungen, 38 Unternehmen und sechs öffentlichen oder gemeinnützigen Einrichtungen. „Wir sind auf Wachstumskurs“, sagt der Vorsitzende der Bürgerstiftung, Klaus Lang, „wir bitten nicht um Geld, sondern um Zeit.“ Über den Status, dass die Firmen nur von ihrem Engagement profitieren wollen, seien sie längst hinaus. Das Projekt sei ein Gewinn für alle. „Viele Unternehmen sind schon zum weiderholten Male dabei.“

Für die sozialen Einrichtungen ist die Hilfe der Unternehmen wichtig: „Wir sind dankbar, dass es dieses Projekt gibt. Zusätzlich zu dem, was man braucht, bleibt selten Geld übrig. Da hilft das schon sehr“, sagt Markus Weckermann, Leiter der HHO Kita Altes Wasserwerk in Osnabrück, die in diesem Jahr gleich zweimal Hilfe bekam. Zusammen mit der Firma Pur-Systems wurde um den im letzten Jahr angelegten Kräutergarten mit einem Naturzaun vom restlichen Spielgelände abgegrenzt. Mit Hilfe der Firma Titgemeyer wurde ein neues Regalsystem für Bobbycars, Laufroller und Go-Karts erarbeitet. „Irgendwie rein“ gingen sie zwar vorher auch, aber die neue Parkordnung lässt mehr Platz für andere Dinge. „Und die Kinder finden es super, dass sie jetzt selbst an die Sachen heran kommen“, so Weckermann.

Ums Fahren geht es auch beim Projekt der Stüveschule. Gemeinsam mit der Firma Isios ist auf dem VIP-Parkplatz des VfL Osnabrück ein Fahrradübungsparcour entstanden. „Im Mai haben 15 unserer Mitarbeiter die Markierungen aufgemalt“, so Nicole Hundt, Projektleiterin bei Isios. Dabei habe sich das Unternehmen an die Vorlage das ADAC gehalten. Schulleiter Martin Igelmann freut sich über die Neuerung: „Den Kindern fehlte ein Platz zum üben.“ Viele seien noch wackelig auf zwei Rädern und in der Umgebung gäbe es kaum Orte um das Radfahren zu lernen.

Der Übungsparcour soll zusätzlich anderen Kindern helfen: Er steht auch Organisationen wie dem Ostbunker oder der Lila Bande des VfL zur Verfügung.

Ein Tag Arbeit, viele Ergebnisse: „Ich hoffe, dass das nächste Jahr genauso erfolgreich wird“, so Ulrich Ruf, der bereits im zweiten Jahr als Leiter der Initiative Handschlag dabei ist.


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