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Mit Rikscha in die Rente Gymnasium „In der Wüste“ verabschiedet langjährige Sekretärin Ursula Molito

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<em>Eine Rikscha</em> brachte Brigitte Erpenbeck und Ursula Molito (rechts) zur Verabschiedung.Foto: Egmont SeilerEine Rikscha brachte Brigitte Erpenbeck und Ursula Molito (rechts) zur Verabschiedung.Foto: Egmont Seiler

Osnabrück. „Was soll ich sagen? Es war alles schön, ich bin immer gerne hingegangen, und es tut mir leid, dass das alles nun vorbei ist“, sagt Ursula Molito. Die Abi-Bälle, bei denen nicht selten bis in die Morgenstunden gefeiert wurde, werden der Sekretärin, die nach 31 Jahren am Gymnasium „In der Wüste“ in den Ruhestand geht, besonders in Erinnerung bleiben.

Zur Mittagszeit fährt Rikscha-Fahrer Uwe Bockhorn mit Ursula Molito und ihrer langjährigen Sekretariatskollegin Brigitte Erpenbeck vor dem OSC-Sportzentrum vor. Dort warten bereits mehrere Damen auf die Ankunft der resoluten Sekretärin, die in den vergangenen 21 Jahren nach dem Schuldienst am Vormittag auf ihre tatkräftige Unterstützung im OSC-Büro setzen konnten.

„Wir haben die ganze Aktion gemeinsam mit den Schülern organisiert. Am Freitag folgt noch die Verabschiedung im Kollegium und mit dem Personalrat“, berichtet die stellvertretende Schulleiterin Monika Wipperführt. Und dann geht es für die künftige Ruheständlerin auch schon zur ersten Verabschiedung in die Sporthalle.

Von Adrian, Benjamin, Florian und Lennart (allesamt Schüler des Jahrgangs elf) auf Händen getragen, wird Ursula Molito mitsamt einem Stuhl in der Mitte der voll besetzten Halle platziert. Es folgen Theaterszenen unter der Leitung von Dörte Blömer. In ihnen zeigten die Schülerinnen und Schüler, wie sie die langjährige Sekretärin im Alltag erlebt haben.

Und dabei wird eines ganz schnell klar: Egal ob Doppelbögen, Pflaster, Kopien, verlorene Busfahrkarten, Schulbescheinigungen, Kühlpacks, Kreide oder Stifte – stimmten die Manieren, war Ursula Molito stets die richtige Ansprechpartnerin.

„Dank Ihnen gibt es heute keinen Schüler mehr, der vergisst anzuklopfen und einen guten Tag zu wünschen“, wandte sich Zehntklässlerin Dara-Lisa Szielinski an die sichtlich gerührte Hauptperson des Tages.

Als Mathelehrer wusste der aktuelle Schulleiter des Gymnasiums „In der Wüste“ die vergangenen Jahre am Besten in Zahlen auszudrücken: „Frau Molito hat acht Schulleiter überlebt, kannte Hunderte Lehrer, und Tausende Schüler sind durch ihr Büro gegangen“, so Reinhard Fulge, der die scheidende Sekretärin bat, der Schule weiter verbunden zu bleiben.

Begleitet von der Brass-Band des Gymnasiums überreichte auch jeder Klassensprecher eine große Rose an Ursula Molito, die sich sichtlich gerührt bei jedem einzelnen bedankte. Bepackt mit Blumen, einer gerahmten „Auf-Wiedersehen“-Aufnahme aller Schüler und vielen guten Wünschen für die Zukunft ging es mit der Rikscha in den (Un-)Ruhestand. „Ich denke, ich engagiere mich in der Hausaufgabenhilfe oder einem anderen Ehrenamt“, sagte die Schlesierin, die diesen Freitag 65 Jahre alt wird.


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