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Unterstützung und Kritik gefragt Literarische Gruppe Osnabrück wird 40 Jahre und gibt eine Anthologie heraus

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Sieben stellen ihre Werke vor: Marialuise König, Hermann Wischnat, Ulrike Noltenius, Barbara Koldehoff, Margret Helmer, Ursula Bernard und Gisela Breidenstein. Nicht auf dem Bild: Anne Wicker und Ulrich Voss. Foto: Thomas OsterfeldSieben stellen ihre Werke vor: Marialuise König, Hermann Wischnat, Ulrike Noltenius, Barbara Koldehoff, Margret Helmer, Ursula Bernard und Gisela Breidenstein. Nicht auf dem Bild: Anne Wicker und Ulrich Voss. Foto: Thomas Osterfeld

Osnabrück. Welches sind die richtigen Worte, um Erlebtes und Gefühltes auszudrücken? Mit dieser Frage befassen sich die Mitglieder der Literarischen Gruppe Osnabrück seit nunmehr 40 Jahren. Zum runden Geburtstag stellten sieben von ihnen ihre Werke und die aktuelle Anthologie im Forum am Dom vor.

Diese zeigt vor allem, wie unterschiedlich nicht nur die Herangehensweise der 19 Mitglieder ist. Sie verdeutlicht auch das große Spektrum an Themen und Ausdrucksweisen, an Formen und Sprachstil. Sie bietet Kurzgeschichten, Aphorismen, Gedankenspiele, Meditationstexte und – hauptsächlich – Gedichte.

Überwiegend selbstironisch sind die von Ulrike Noltenius, wie „Zerflattert“, in dem sie die eigene Unentschlossenheit präzise in Worte fasst. „Das Thema Liebe kann ich eigentlich nicht so gut“, betont sie hinter dem Mikrofon, um sich kurz darauf selbst Lügen zu strafen. Mit „Liebestod“ umschreibt sie dieses Thema mit Bildern aus der Natur – eben überwältigend.

Seit gut 30 Jahren sei sie bei der Literarischen Gruppe dabei, sagt Noltenius am Rande der Lesung. „Ich habe Unterstützung und Kritik gesucht“, erinnert sie sich an den Grund ihres Eintritts in eine Gruppe, in der es nicht immer harmonisch zugeht. Das macht auch Ursula Bernard deutlich, die die Gruppe 18 Jahre lang geleitet hat. Gegründet wurde sie 1971 von Gudula Budke. Seit zwei Jahren nun leiten die Gruppe Anne Wicker und Ulrich Voss. Es sind überwiegend Frauen, die sich etwa alle zwei Monate treffen, um ihre Texte zu besprechen. Außerdem organisieren sie Lesungen, in die auch andere Kunstformen einbezogen werden, und Veröffentlichungen wie die Anthologie.

„Man braucht zum Schreiben so etwas wie Luxus. Denn das ist es ja, wenn man Kunst macht“, meint Ursula Bernard, bevor sie eigene Werke vorträgt, die sie zum Teil gemeinsam mit Thomas Romanus verfasst hat. Da geht es um die Moral im Alltäglichen, um den Moment im Großen und Ganzen. Tief ist der Einblick, den ihre Gedichte in ihren ganz persönlichen Umgang mit Krankheit bieten.

Vergnügliches entlockt Hermann Wischnat (Jahrgang 1936) seinen Themen. So wartet er ungeduldig auf die Altersweisheit, die doch bitte mit der Rente einzutreten habe. Als Sonett hat er Gedanken zur Gelassenheit verfasst.Und auch in kurzen Texten versteht er seine Beobachtungsgabe auszudrücken: „Er ist ein aufgeweckter Junge/Danach sieht er auch aus/Er hätte sicherlich gerne/noch weiter geschlafen.“ Das Publikum dankt es ihm mit Gelächter und langem Applaus.

Literarische Gruppe Osnabrück (Hg.): Ein Wort gibt das andere. Lyrik und Prosa. Anthologie. Bramsche, Rasch-Druckerei und Verlag, 96 Seiten, 12,80 Euro


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