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Verbraucherschutzportal warnt Dreckige Bäckerei aus Osnabrück steht ein Jahr lang am Pranger

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Mit Billigbrötchen in die Pleite? Die Middelberg-Kette ist vor allem für ihr Discount-Konzept Baking-Friends bekannt. Foto: dpaMit Billigbrötchen in die Pleite? Die Middelberg-Kette ist vor allem für ihr Discount-Konzept Baking-Friends bekannt. Foto: dpa

Osnabrück. Wegen mangelhafter Hygiene ist eine Osnabrücker Bäckerei vom niedersächsischen Ministerium für Verbraucherschutz auf eine schwarze Liste im Internet gesetzt worden. Obwohl die Mängel längst behoben wurden, steht der Betrieb an der Meller Straße nun ein Jahr lang öffentlich am Pranger.

In der Backstube im Stadtteil Fledder, die versteckt in einem Hinterhof liegt, werden nach Informationen unserer Zeitung vor allem Fladenbrot und türkische Knabbereien hergestellt. Wie Nachbarn berichten, findet die Produktion überwiegend in den späten Abendstunden und nachts statt. Die Bäckerei verfügt offenbar über keinen eigenen Verkaufsraum.

Das niedersächsische Verbraucherschutz-Portal , das Hygienesünden in Geschäften und Restaurants dokumentiert, ging vor einem halben Jahr an den Start. Die Osnabrücker Bäckerei ist einer von fünf Betrieben landesweit, die seither wegen gravierender Verstöße erfasst wurden. Dabei reicht die Bandbreite der Beanstandungen über alle Betriebe hinweg von dreckigen Produktionsstätten über Grenzwertüberschreitungen bis hin zum Auftreten von Schädlingen. „Wenn es Mängel und Verstöße in diesem Bereich gibt, dann sind das keine Kavaliersdelikte“, sagt Ministeriumssprecherin Natascha Manski. Monierte Betriebe hätten sieben Tage lang Zeit, sich zu erklären. Wird der Verstoß geahndet und beträgt das Bußgeld mindestens 350 Euro, gebe es einen Eintrag im Portal. Die Veröffentlichung der Hygienesünder im Internet ist durch das Lebensmittel- und Futtermittelgesetz gedeckt.

Die auf diese Weise gebrandmarkte Osnabrücker Bäckerei war nach offiziellen Angaben im Herbst 2012 ins Visier der Lebensmittelkontrolleure des Landkreises Osnabrück geraten. Am 18. und 20. September stellte die Überwachungsbehörde dort „Mängel bei der Betriebshygiene“ fest. Drei Monate später, am 18. Dezember, wurde die Beseitigung der im Portal nicht näher erläuterten Mängel amtlich registriert. Dennoch steht die Bäckerei seit dem 8. Januar 2013 auf der schwarzen Liste im Internet. Und wird dort auch noch eine Weile bleiben: Denn der Online-Eintrag bleibt für ein Jahr bestehen. Das Ministerium setzt dabei gezielt auf die abschreckende Wirkung: „Verstöße zu vermeiden, um nicht auf der Liste zu erscheinen, ist ein gewünschter Nebeneffekt“, erklärt Sprecherin Manski.

Wie oft Betriebe kontrolliert werden, hängt davon ab, welches Risiko von den angebotenen Lebensmitteln ausgeht. „So wird zum Beispiel ein Betrieb, der rohes Hackfleisch herstellt und verarbeitet, sehr viel häufiger kontrolliert als eine Tankstelle, die nur verpackte Ware und vielleicht noch ein paar Brötchen verkauft“, erklärt Landkreis-Sprecher Burkhard Riepenhoff. Die Kontrollen finden immer unangemeldet statt. Insgesamt sind in Stadt und Landkreis Osnabrück zwölf Lebensmittelkontrolleure im Einsatz. Stellen sie Mängel in den Betrieben fest, würden „engmaschig Nachkontrollen durchgeführt“, bis die Defizite behoben sind.

Was in der Osnabrücker Bäckerei konkret beanstandet wurde, bleibt allerdings unklar. Ebenso die Höhe des Bußgelds sowie die Auswirkungen des Eintrags auf das Geschäft. Der Inhaber der Bäckerei war für eine Stellungnahme weder telefonisch noch persönlich zu erreichen.


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