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16.09.2013, 17:05 Uhr

Angemessener Umgang mit der Bundeswehr

Ein Kommentar von Michael Schwager


<em>Bei der Bundeswehr</em> gibt es verschiedene Laufbahnen in unterschiedlichen Waffengattungen – darüber möchte die Bundeswehr künftige Absolventen informieren. Diese Form der Berufsberatung sieht allerdings nicht jeder gern. Foto: dpaBei der Bundeswehr gibt es verschiedene Laufbahnen in unterschiedlichen Waffengattungen – darüber möchte die Bundeswehr künftige Absolventen informieren. Diese Form der Berufsberatung sieht allerdings nicht jeder gern. Foto: dpa

Osnabrück. Osnabrücker Schulen erteilen der Bundeswehr kein Hausverbot. Das ist ein angemessener Umgang mit der Bundeswehr und vor allem mit dem Auftrag der Schule, junge Menschen zu mündigen Bürgern heranzubilden.

Es gibt ernst zu nehmende Gründe dafür, das abzulehnen, was die deutsche Politik mit der Bundeswehr anstellt, vor allem bei Auslandseinsätzen. Es gibt ebenso ernsthafte Argumente dafür, Militär überhaupt abzulehnen. Aber all das rechtfertigt nicht, junge Menschen von der Diskussion und vom Nachdenken über diese Standpunkte fernzuhalten. Nichts anderes ist es aber, wenn eine Schule beschließt, die Sicht der Bundeswehr in dieser Debatte gar nicht erst hören zu wollen.

Deutschland ist betroffen von internationalen Konflikten. Wie reagiert der Staat darauf? Ist militärisches Eingreifen richtig oder falsch? Um die schwierige Suche nach Antworten auf diese Fragen kommt der mündige Bürger nicht herum. Aufgabe der Schule ist es, jungen Menschen dabei zu helfen, auch bei diesem schwierigen Thema einen Standpunkt zu finden.

Das bedeutet nicht, dass ein Jugendoffizier der Bundeswehr in der flauen Zeit vor den großen Ferien mal eine Unterrichtsstunde übernimmt. Das erfordert, die Schüler auf den Besuch so vorzubereiten, dass sie dem Soldaten kritische Fragen stellen können. Und es heißt auch, Friedensaktivisten einzuladen und mit ihnen über ihre Positionen und deren Konsequenzen zu diskutieren – auch das kritisch. Eine gründliche Nachbereitung der Besuche gehört selbstverständlich ebenfalls dazu.

Das ist aufwendig, das kostet Zeit und Mühe. Aber die Schüler hätten etwas davon. Und einen Friedenspreis hätte das sicher eher verdient, als das simple Aussperren schwieriger Positionen.


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