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Bulle Luka kommt aus Spanien Deutschlands größter Elefant ist in Osnabrück

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Osnabrück. Er ist 3,15 Meter groß, wiegt fünf Tonnen und seine Stoßzähne sind Furcht einflößend: Am Freitag wurde Luka als größter Asiatischer Elefant Deutschlands im Zoo Osnabrück vorgestellt. Der 40 Jahre alte Bulle kommt aus Spanien und soll am Schölerberg für Nachwuchs sorgen.

In seinem neuen Revier trifft Luka, der mit dem Lastwagen aus dem über 2000 Kilometer entfernten Küstenort Benidorm (Provinz Alicante) anreiste, auf die Artgenossen Shahrukh (4), Shanti (5) , Nuka (3) und Dinkar (2) . Die vier Jungbullen – jeweils um die zwei Meter groß und bis zu 1500 Kilo schwer – waren im Mai aus Hannover und Hamburg gekommen. Im Herbst erwartet der Zoo noch einen fünften Jungbullen. Dann sei die zweite Phase des „Elefantenprojekts“ abgeschlossen, sagte Zoodirektor Michael Böer. Phase eins, der Abtransport aller bisher in Osnabrück gehaltenen Afrikanischen Elefanten, fand erst vor wenigen Tagen sein Ende, als Tutume nach Kanada reiste. Phase drei wird die Gründung einer zuchtfähigen Elefantengruppe sein. Mit den dafür benötigten Weibchen rechnet der Zoo in etwa ein bis zwei Jahren. „Wir stehen auf der Warteliste für eine Mutterlinie auf Platz eins“, sagte Böer.

Erst Babysitter, dann Vater

Bis dahin wird Luka, der schon mehrmals an verschiedenen Orten Europas Nachwuchs gezeugt hat, sich als „Sparringspartner, Kinderbetreuer und Sozialpfleger“ betätigen. Die Anwesenheit und Gesellschaft eines erwachsenen Elefanten sei unverzichtbar für den Reifeprozess der Jungbullen. Auf diese Weise würden sie auch lernen, wie man sich später in einer Herde mit Weibchen verhält. „Luka soll der Rasselbande zeigen, wo der Hammer hängt“, sagte Böer. Die Zusammenführung alter und junger Asiatischer Elefanten in einer Junggesellengruppe ist europaweit einzigartig. Der Zoo Osnabrück beschreitet damit gemeinsam mit dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) neue Wege in der Elefantenhaltung. Durch Verhaltensstudien wollen die Experten nun untersuchen, wie sich die Gruppe entwickelt und ob das Konzept auch auf andere Zoogruppen übertragbar ist.

Respekt hart erarbeitet

Mit der Ankunft Lukas sei die 3000 Quadratmeter große, mehrfach trennbare Elefantenanlage im Osnabrücker Zoo erstmals voll nutzbar, erklärte Direktor Böer. Am Freitag machte sich der große Bulle unter den neugierigen Blicken vieler Zoomitarbeiter mit einem Teil des Außengeheges vertraut. „Er wirkt ganz ruhig und friedlich“, stellte Tierpflegerin Ineta Bulkeviciute aus dem Terra Natura Park Benidorm nach Lukas erstem Auslauf zufrieden fest. Sie hatte den Elefanten auf seiner knapp 36-stündigen Reise von der spanischen Mittelmeerküste bis an den Rand des Teutoburger Waldes begleitet. Die Elefantenexpertin wird noch bis Sonntag in Osnabrück bleiben, um ihre deutschen Kollegen mit den Eigenarten ihres Schützlings vertraut zu machen. „Lukas Respekt muss man sich verdienen“, sagte Bulkeviciute und erinnert sich an ihre erste Begegnung mit dem Elefanten. „Er hat mich nur mit Wasser bespritzt.“

Noch nicht ausgewachsen

Wie viel Kraft und Energie in dem mächtigen Tier steckt, konnten Beobachter am Freitag selbst erleben: Mit Leichtigkeit hob Luka einen meterhohen Reifenstapel von einer Stange. „Um das aufzuladen, habe ich einen Gabelstapler gebraucht“, raunte Detlef Niebler, Leiter des Elefantenreviers. Insgesamt machte der Elefant aber einen so ausgeruhten und gelassenen Eindruck, dass er schon bald mit Shahrukh, Shanti, Nuka und Dinkar zusammengeführt werden soll, wie Zoodirektor Böer sagte. Fürs Erste blieb es bei einem lauten Trompeten, das die aufmerksamen Jungbullen dem Neuankömmling aus dem Nachbarhaus entgegenschickten.

Zoobesucher dürfen sich ab sofort selbst ein Bild von dem imposanten Tier machen – das übrigens noch größer werden wird. „Er ist noch nicht ausgewachsen“, sagte Zoodirektor Michael Böer. Erst mit 50 Jahren erreiche der Elefant seine maximale Körpergröße.

Großer Appetit

Der als freundlich und charismatisch geltende Dickhäuter wurde am 13. April 1973 im Zoo von Belgrad (damals Jugoslawien, heute Serbien) geboren. Er frisst vier bis sechs Ballen Stroh oder fünf Ballen Heu am Tag. Alternativ verdrückt Luka 150 Kilo Gras oder Laub mit Ästen. Erst nach 80 Litern Wasser ist sein Durst gestillt. Bei so viel Kohldampf fällt eine Menge Mist an: 80 Kilo Dung produziert der Koloss jeden Tag.


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