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Tränen nach Trainerwechsel bei den Panthers – Kortmann: Superschade Kaiser muss bei „null“ anfangen

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Osnabrück. Christian Kaiser hatte gestern doppelten Grund zur Freude. Zum einen feierte der Kotrainer des Damenbasketball-Bundesligisten OKE Panthers seinen 29. Geburtstag, zum anderen verkündete sein Verein offiziell die bevorstehende Beförderung zum Cheftrainer. „Es war immer mein Ziel, einmal Headcoach zu werden“, freute sich der Osnabrücker, der damit zur neuen Saison die Nachfolge von Peter Kortmann antritt.

„Aus finanziellen Gründen war keine andere Entscheidung möglich“, begründete Panthers-Managerin Julia Riethmüller auf der eilig einberufenen Pressekonferenz im OSC-Sportzentrum den Trainerwechsel mit dem Ausstieg des Hauptsponsors. Obwohl sich hinter den Kulissen einige Idealisten durchaus erfolgreich um die Generierung neuer Sponsoren bemüht hatten, sei es nicht möglich gewesen, Kortmann ein angemessenes Angebot zu unterbreiten. „Er hat uns eine Summe genannt, die er für den Lebensunterhalt für sich und seine Familie benötigt. Diese Summe hätten wir nicht annähernd anbieten können“, so Riethmüller.

Nach dem Aufstieg unter Trainerin Hanna Ballhaus im Frühjahr 2011 hatte der 50-jährige Kortmann die Panthers in der DBBL souverän zum Klassenerhalt und in das Top-4-Turnier des Deutschen Pokals geführt. Zum Einzug in die Play-off-Runde fehlte dem Tabellenzehnten letztlich lediglich ein Sieg. Trotz seiner manchmal raubeinigen Art genoss Kortmann im Kreis der Mannschaft hohes Ansehen. Entsprechend groß war die Enttäuschung bei den Spielerinnen. Melli Knopp & Co. ließen ihren Tränen freien Lauf.

OSC-Urgestein Kaiser steht nun vor der schwierigen Aufgabe, mit unverändertem Personaletat ein komplett neues Team zu formieren. Aus verschiedenen Gründen kann der langjährige Nachwuchs- und Reservecoach nicht einmal die Lokalmatadorinnen Lea Vatthauer, Katharina Schulte to Bühne und Knopp fest einplanen. „Die Gespräche laufen. Sie haben für mich die Priorität A“, versichert Kaiser.

Eher unwahrscheinlich ist auch der Verbleib der Profis Emma Cannon, Maggie Dwyer, Brianne O’Rourke, Angela Pace und Nadia Mossong. „Wer künftig die Ausländerplätze besetzen wird, ist noch völlig offen“, gesteht Kaiser. Ebenso nicht hundertprozentig geklärt ist die Besetzung des Kotrainer-Postens, obwohl OSC-Eigengewächs Thomas Wodny als Favorit gilt. „Wir wollen das in Kürze regeln“, kündigt Riethmüller eine Entscheidung noch in dieser Woche an.

Leidtragender der Entwicklung ist in erster Linie Peter Kortmann. Hatte der Westfale vor Monaten noch mehrere Anfragen ablehnend beantwortet, steht er jetzt ohne konkretes Angebot da. „Hätte ich geahnt, wie sich alles entwickelt, wäre ich anders damit umgegangen. Aber damals deutete einiges darauf hin, dass es hier weitergeht“, sagt der Familienvater, der trotz allem „keinen Groll gegen den Verein hegt“. Der erfahrene Coach hätte seine Arbeit in Osnabrück gerne fortgesetzt: „Das ist superschade. Dieses Modell hätte zumindest ein zweites Jahr verdient gehabt.“

Die OSC-Verantwortlichen um Riethmüller und Geschäftsführer Peter Abs sind dagegen davon überzeugt, dass sich die Panthers auch in der „Sparversion“ in der DBBL etablieren können. „Wir sehen uns auch in zwei, drei Jahren in der Bundesliga“, lautete unisono ihre Prognose.


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