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Bund Bildender Künstler feiert fünfjähriges Bestehen seines Kunstquartiers Raum für Kunst und Austausch

Osnabrück. Künstler brauchen Raum, in dem sie ihre Werke der Öffentlichkeit präsentieren können. Seit einem halben Jahrzehnt haben die Mitglieder des Bundes Bildender Künstler in Osnabrück einen solchen Ausstellungsraum: das Kunst-Quartier in der Bierstraße 33. Dort wird heute Abend das fünfjährige Bestehen gefeiert.

„Wir freuen uns ungemein, dass aus der eher flüchtigen Idee tatsächlich ein so langlebiges Unterfangen geworden ist“, erklärt die erste Vorsitzende des BBK Osnabrück, Renate Michalick. Ende der 1990er-Jahre war die Künstlervereinigung nämlich in eine Art Dornröschenschlaf gefallen. Die regelmäßigen Jahresausstellungen des BBK in der Kunsthalle Dominikanerkirche gab es nicht mehr, denn die Arte Regionale wurde als Instrument regionaler Kunstförderung eingeführt. Als dann im Jahr 2005 ein neuer BBK-Vorstand gewählt wurde, kam frischer Wind in die Bezirksgruppe Osnabrück. Neue Konzepte kamen auf den Tisch, um mit den Mitgliedern an die Öffentlichkeit treten zu können.

Zum 60. Geburtstag des Künstlerverbandes im November 2005 erlebte das Kunstquartier hier schließlich seine Taufe: in den Räumen der ehemaligen Galerie Röhr im Dreikronenhaus. Doch diese Räumlichkeit konnte nur zeitlich begrenzt genutzt werden, weil das Kulturamt einziehen sollte. Also machten sich Michalick und ihre ehrenamtlichen Mitstreiter auf die Suche nach Alternativen. „Wir wollten einen Raum in der Nähe der Kunsthalle mieten, irgendwo in der Altstadt, wo sich auch andere Galerien, das Vordemberge-Gildewart-Haus und die Stadtgalerie befinden“, sagt Michalick.

Da erwies sich das ehemalige Ladenlokal in der Bierstraße 33, in das man im nächsten Jahr einziehen konnte, als ideal. Seither werden hier regelmäßig Ausstellungen gezeigt. Dabei wird das Konzept verfolgt, dass immer ein Künstler der Osnabrücker Bezirksgruppe sich einen Partner von außerhalb aussuchen soll, mit dem eine gemeinsame Ausstellung geplant und durchgeführt wird.

So sind nicht nur immer die „alten Bekannten“ in dem Raum präsent, sondern der Besucher darf unter dem Stichwort „Dialog“ immer auch neue Positionen kennenlernen. Ein besonderer Höhepunkt sind die unregelmäßig stattfindenden gegenseitigen Gruppenausstellungen mit auswärtigen Partnern – zum Beispiel 2007 mit Künstlern der Stadt Greifswald und 2008 mit Künstlern aus der niederländischen Stadt Haarlem. Im nächsten Jahr steht ein Austausch mit der türkischen Partnerstadt Çanakkale auf der Agenda. „Wir wollen Vielfalt präsentieren und zum Nachdenken anregen“, fasst Renate Michalick ihre Intention zusammen. Daher werden auch Workshops, Vorträge und Lesungen im Kunstquartier angeboten. „So etwas fördert die Interaktion zwischen Künstler und Publikum.“

Auch zur Jubiläumsfeier heute Abend wurden Gäste eingeladen: Das Theaterprojekt zarte-bande.de zeigt die „Museotheatralische Zeitmaschine“, eine Szenencollage mit Musik, Tanz und Text von Rainer Galke, Karin Hopmann und Udo Bierwald. Zur Begrüßung redet Bürgermeisterin Karin Jabs-Kiesler. Beginn ist um 19 Uhr.


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