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Kindergarten mit Kirchturm

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Der Glockenturm könnte stehen bleiben. Mit diesem Gedanken spielt die Stadt, nachdem bekanntgeworden ist, dass der Turm der entwidmeten Gnadenkirche langfristig als Mobilfunkstation verpachtet ist.Der Glockenturm könnte stehen bleiben. Mit diesem Gedanken spielt die Stadt, nachdem bekanntgeworden ist, dass der Turm der entwidmeten Gnadenkirche langfristig als Mobilfunkstation verpachtet ist.

Eine Mobilfunkstation im Turm der Gnadenkirche hat die Pläne, dort eine Kindertagesstätte zu bauen, ins Stocken gebracht. Der Vertrag mit dem Mobilfunkanbieter läuft bis 2021. Jetzt wird diskutiert, ob der Turm erhalten bleibt.

An die Funkstation hatte bei den Planungen wohl niemand gedacht, vermutet Helmut Tolsdorf, Fachdienstleiter Kinder im städtischen Fachbereich für Kinder, Jugendliche und Familien. Alles schien in trockenen Tüchern: Nachdem die evangelisch-reformierte Gemeinde im Januar ihre Kirche an der Rappstraße aufgegeben hatte, wurde das Grundstück samt Gebäude von den Evangelischen Stiftungen übernommen. Das Gotteshaus sollte abgerissen und durch eine Kita ersetzt werden.

Inzwischen wurde der Kaufvertrag aufgehoben. Die Evangelischen Stiftungen haben nach Auskunft ihres 2. Vorsitzenden Kurt Willmann die reformierte Gemeinde aufgefordert, sich um eine Auflösung des Vertrages mit dem Mobilfunkanbieter zu bemühen. Doch der bestehe ohne einen Ersatzstandort auf der Einhaltung des Vertrages, sagte Pastor Steffen Tuschling auf Anfrage der Neuen OZ. Er habe die ganze Angelegenheit in die Hände der Landeskirche übergeben. Sollte es keine Lösung geben, hat Tolsdorf die Überlegung ins Spiel gebracht, den Turm einfach stehen zu lassen. Da der Turm nicht direkt an das Kirchengebäude angebaut wurde, wäre es möglich, nur das einstige Gotteshaus abzureißen, um die Kita bauen zu können.

Parallel zu diesen Gedankenspielen wird nach Tolsdorfs Auskunft derzeit eine mögliche Gesundheitsgefährdung durch die Strahlung geprüft. Dazu würden Vergleiche mit anderen Standorten von Mobilfunkstationen angestellt. Erst wenn es darüber klare Aussagen gebe, könne die Planung fortgesetzt werden.

Die Stadt Osnabrück braucht dringend neue Betreuungsangebote im kinderreichsten Stadtteil Schinkel. Dort fehlen mindestens 150 Plätze. Mit dem Neubau auf dem Gelände der Gnadenkirche könnte die Versorgung erheblich verbessert werden. Geplant sind an dem Standort fünf Gruppen: drei für über Dreijährige und zwei für die Jüngeren. Die neue Kita sollte im Sommer kommenden Jahres bezugsfertig sein.

Im Gespräch ist zudem ein Neubau neben dem Schinkelbad. Dort könnten je zwei Kitagruppen und Krippengruppen entstehen. Vor allem in der Versorgung der unter Dreijährigen hat Osnabrück noch großen Nachholbedarf.


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