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Zwei Don Giovannis: Daniel Moon und Jan Friedrich Eggers Die Kunst der Verführung

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Osnabrück. Italienisches Stimmideal, asiatische Geschmeidigkeit und feine Eleganz: Daniel Moon verleiht dem Verführer Don Giovanni einen feinen Hauch Exotik. Mit geschmeidiger Stimme umgarnt er Donna Anna, Donna Elvira und die kleine Zerlina und liefert den Frauen den Stoff, aus dem die Träume vom Liebesglück sind. Dabei führt der junge Koreaner vor, dass es keineswegs immer der brachialen Gewalt abgründiger Erotik bedarf, um Frauen zu Fall zu bringen. Moons Stimme entspricht nicht so sehr glutvollem Rotwein als vielmehr einem spritzigen Frizzante.

Auf die Partie des ewigen Verführers hat Moon konsequent hingearbeitet: So sang er in Osnabrück neben vielen anderen Rollen bereits den Posa in Verdis „Don Carlos“ und den Sharpless in der „Madama Butterfly“ sowie den Giorgio Germont in „La Traviata“. Jedoch beschränkt er sich nicht aufs italienische Fach, sondern agiert auch in der französischen Oper, etwa als Schlemihl in „Hoffmanns Erzählungen“ oder im schweren deutschen Repertoire: In Wagners „Tannhäuser“ sang er den Wolfram von Eschenbach.

Das verbindet ihn mit Jan Friedrich Eggers, dem neu ans Osnabrücker Theater verpflichteten Bariton, der alterierend mit Moon die Don-Giovanni-Partie singen wird. Eggers entspricht mehr einem deutschen Stimmideal, obwohl auch er sich ausgiebig in der italienischen Oper umgesehen hat. Eggers singt den Don Giovanni in der heutigen zweiten Vorstellung der Inszenierung von Walter Sutcliffe.

Theater Osnabrück: „Don Giovanni“. Heute, 19.30 Uhr, im Theater am Domhof. Kartentelefon: 0541/7600076


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