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BBK beteiligt sich am Ausstellungsprojekt „Zeitgleich – Zeitzeichen“ Kunst zum Mitmachen

Lebende Inspiration: Sigrid Poller kombiniert eine Bambuspflanze mit Malerei. Foto: WestdörpLebende Inspiration: Sigrid Poller kombiniert eine Bambuspflanze mit Malerei. Foto: Westdörp

Osnabrück. An Drähten, die an der Decke befestigt sind, hängen drei Keramikschalen, in denen farbige Flüssigkeiten schwappen. Die Schalen sind nicht dicht, daher tropfen die Lösungen auf ein darunter liegendes Seidentuch. Werden die Schalen angestoßen, beschreiben sie kreisende oder schaukelnde Formen, die sich in den „Drippings“ am Boden manifestieren. „Anstoß oder Eingriff ins Geschehen“ heißt das Objekt, das ab heute im Kunstquartier des BBK zu sehen ist. Der Titel steht exemplarisch für eine Gemeinschaftsausstellung unter dem Stichwort „Art & Dialog“.

„Der Bundesverband der Bildenden Künstlerinnen und Künstler veranstaltet alle drei Jahre ein Ausstellungsprojekt mit dem Namen „Zeitgleich – Zeitzeichen“, an dem sich alle Bezirksverbände beteiligen“, sagt Jens Raddatz. Denn „Art & Dialog“ wurde vom Bundesverband vorgegeben. Wie die 600 Teilnehmer in den einzelnen Bundesländern ihre 60 Veranstaltungen gestalten, bleibt ihnen überlassen. Daher präsentiert der Osnabrücker BBK einerseits Kunst zum Anschauen, andererseits Kunst, mit der man in den Dialog treten kann und soll. So dürfen die Keramikschalen von Beate Lucas von Besuchern des Kunstquartiers in Bewegung versetzt werden, damit die darin befindlichen Naturflüssigkeiten wie Tee oder Rote-Beete-Saft auf dem Tuch ihr mehr oder minder aleatorisches Werk verrichten können. Undicht sind die Keramikschalen übrigens, weil sie nur mit dem Schrühbrand, dem ersten Rohbrand, behandelt wurden.

Mitmachen wird vom Besucher erwartet. So fordert ein schrillender Wecker alle 15 Minuten dazu auf, große Papierleporellos umzuarrangieren, die rund um eine Wanduhr im Schaufenster liegen. Die Bahnen aus Zeitungspapier, die von der Künstlerin Sylvia Lüdtke mit allerlei Figuren bemalt wurden, sollen stets neue Formen annehmen.Figuren charakterisieren auch das „Tanzband“ von Sybille Hertel, auf dem Tänzer schwungvoll agieren, die sie im Theater Osnabrück beobachtet und gezeichnet hat. Nach den Skizzen, die sie im Dunklen und daher blind in der ersten Parkettreihe anfertigte, realisierte sie die Bänder, die sich jetzt um einen Pfeiler im Ausstellungsraum ranken.

Ein Objekt von Sigrid Poller mit einer lebenden Bambuspflanze und Malerei, die von derselben inspiriert wurde, sowie eine Collage von Inge Dietrich vervollständigen „Art & Dialog“. Außerdem veranstaltet Günter Sponheuer an vier Terminen Porträtmalen vor Publikum. Am 29. Oktober wird die Ausstellung dann umgebaut, um den Dialog, die Interaktion, die Kommunikation noch weiter in den Vordergrund zu rücken. Dann präsentieren weitere sechs Mitglieder des BBK Osnabrück Kunst zum Anfassen.

BBK Kunst-Quartier, Bierstraße 33: „Art & Dialog“. Arbeiten von Inge Dietrich, Sybille Hertel, Beate Lucas, Sylvia Lüdtke, Sigrid Poller und Günter Sponheuer. 1. Oktober (Eröffnung um 19 Uhr) bis 27. November, Di.–Fr.

14 –18 Uhr, Sa. 11–15 Uhr.


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