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Bürger-Energiegenossenschaft stellt Brennwerk als ihren neuen Wirtschaftszweig vor Laubholz aus der Region liefert Energie

Von Klaus Möllers

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Der mobile Hacker macht in wenigen Sekunden aus Baumstämmen Holzschnitzel. Foto: Elvira PartonDer mobile Hacker macht in wenigen Sekunden aus Baumstämmen Holzschnitzel. Foto: Elvira Parton

Osnabrück. Auf einigen Baumstämmen liegt leichter Schneerest, Männer wuchten Tannen in dünne weiße Netze – Verpackungen für Weihnachtsbäume. Es liegt sogar etwas der Duft von Bratwurst und Glühwein in der kalten Luft. Beschaulich geht es auf dem Hof Spiegelburg am Samstagmittag zu. Es geht aber nicht darum, sich auf Weihnachten einzustimmen. Seit Juli werden auf dem Bauernhof in Nahne große Mengen Holz verarbeitet. Sinn der Sache: Energiegewinnung durch regionalen Rohstoffeinsatz.

„Es ist der neue Teil unseres Konzepts“, sagt Otto Wetzig von der Bürger-Energiegenossenschaft „nwerk“. 180 private Mitglieder hat die Genossenschaft seit ihrem Aufbau vor drei Jahren. Bislang arbeitet man vor allem im Bereich Fotovoltaik, aber auch in der Windkraft. Im Sommer schließlich kam die Holzenergie dazu – der private Hof Spiegelburg an der Iburger Straße wurde gepachtet und zur Werkstatt für Verarbeitung und Verkauf. „Wir haben die Brennwerk Holzenergie GmbH als neuen Geschäftszweig gegründet“, erklärt Wetzig. Mit im Boot sind als Partner die Genossenschaft Teutoburger Energienetzwerk, der Hof Spiegelburg und zwei hauptamtliche Mitarbeiter des Brennwerks.

Einer von ihnen ist Diplom-Holzwirt Klaus Rosenbusch. Er wirft seinen 230-PS-Traktor an. Mit der Motorkraft wird ein mobiler Hacker versorgt, der einen Baumstamm mit lautem Krachen, aber in wenigen Sekunden in zentimetergroße Holzschnitzel zerlegt. Sie fallen in einen Container, in den heiße Luft für das Trocknen geblasen werden kann.

In der Verarbeitungshalle, einer rustikalen Scheune, türmt sich das Scheitholz meterhoch. „Verarbeitet wird vor allem Buche“, sagt Wetzig. Für die Schnitzel wiederum komme verschiedenes Laubholz infrage. Alles Holz stamme demnach aus einem Umkreis von rund 30 Kilometern von Bauern aus dem Teutoburger Wald. Pellets und Holzanzünder würden hinzugekauft.

„Es geht uns um die regionale Wertschöpfung“, erklärt Aloys Graw als Aufsichtsratsvorsitzender von „nwerk“ das Konzept. Material aus der Region solle für eine nachhaltige Energiewirtschaft eingesetzt werden.

Auf die bisherigen Zahlen sind die Mitglieder stolz. Seit Juli seien zwischen 1200 und 1400 Kubikmeter Scheitholz abgesetzt worden, bei den Holzschnitzeln seien es rund 5000 Kubikmeter. Zu den größeren Abnehmern gehört unter anderem der Zoo. In diesem Jahr habe das „nwerk“ überdies rund 700000 Euro in die regionale Energiewirtschaft investiert.


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