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Konzert in Osnabrücker Fußgängerzone Straßenmusiker Arne Schmitt reist mit seinem Flügel durch die Innenstädte

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Nicht gerade handlich ist sein Instrument: Arne Schmitt hat einen Anhänger, auf dem transportiert er den rund 650-Kilo-Flügel. Foto: Klaus LindemannNicht gerade handlich ist sein Instrument: Arne Schmitt hat einen Anhänger, auf dem transportiert er den rund 650-Kilo-Flügel. Foto: Klaus Lindemann

Osnabrück. Die Straße ist sein Konzertsaal, und die Passanten sind sein Publikum. Arne Schmitt spielte am Donnerstagnachmittag auf seinem Flügel auf der Großen Straße. Gleich bildete sich eine Gruppe von Menschen um den Pianisten. „Ich habe noch nie einen Straßenmusiker mit einem Flügel gesehen, und er spielt wirklich gut“, sagt die 67-jährige Daniela Langler. Sie ist ganz begeistert von dem Musiker und kauft gleich zwei CDs vom ihm.

Arne Schmitt spielt hauptsächlich Popballaden: „Another Day in Paradise“ von Phil Collins, „Eternal Flame“ von den Bangles und Stücke von Michael Jackson. „Meine Musik ist eher melancholisch, Herbst ist meine Zeit“, erzählt der 40-Jährige. Geboren wurde er in Hagen, Westfalen. Schon früh hat er sich für Musik interessiert: „Ich wollte immer spielen, meiner Mutter war es manchmal schon zu viel.“

Sein rund 650-Kilo-Flügel bleibt immer auf einem Anhänger stehen, so kann Schmitt ihn durch die Innenstädte transportieren. Ein paar Blessuren hat das edle Stück bereits gesammelt.

Einen Plan oder feste Termine hat er nicht. „Manchmal entscheide ich morgens, wo es hingeht, ganz nach Wetterlage“, sagt Schmitt. Heimat ist für ihn dort, wo er spielt. Der Pianist war mit seinem Flügel schon in Italien, Schottland und in Irland. In England traf er Ex-Beatle Paul McCartney. Als er Warschau besuchte, machte ein Mann seiner Frau einen Heiratsantrag und bat den Pianisten um ein Lied. „Ja, das mit den Heiratsanträgen kommt manchmal vor“, sagt er. Jeden Tag auf dem Klavier spielen, wird das nie langweilig? „Ja, es gibt Tage, da haste einfach keinen Bock, aber es ist das Beste, was ich mir vorstellen kann“, erzählt Schmitt. Seit 15 Jahren zieht er durch Städte und spielt für die Menschen. Er ist meistens ein gern gesehener Gast. Nur in Frankfurt am Main musste er seine Sachen zusammenpacken. Die Stadt duldet in ihrer Einkaufsstraße keine Musiker mit elektrisch verstärktem Instrument. „Dafür heißt mich Osnabrück willkommen“, sagt Schmitt, und er hat schon einen Fan. Elisabeth Lengler bringt ihm einen Cappuccino, „weil es so kalt ist“.


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