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Refrain beigesteuert Rückblick 2012: Osnabrück singt für Amnesty International

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Osnabrück. Eine Stadt steht hinter einem Lied. Das ist die Idee, die Martin Behrens für die Osnabrücker-Version des Amnesty International (AI) Songs „Toast to Freedom“ hat. Also hat der Studienleiter Pop des Instituts für Musik (IFM) der Hochschule Osnabrück nicht nur seine Studierenden, sondern auch das Osnabrücker Symphonieorchester, stadtbekannte Musiker und sogar die Maiwochenbesucher zum Mitmusizieren gebracht.

„Wir brauchen euch als Fischerchöre“, sagt Rolf Stahlhofen bei seinem Konzert auf dem Marktplatz Osnabrück. Mit „euch“ meint er das Publikum, denn das soll nun den Refrain zum Lied „Toast to Freedom“ beisteuern. Stahlofen animiert das Publikum, schön nah an die Bühne zu kommen, und dann erklingt auch unterstützt durch Playback, Stahlofen, Behrens und zwei Studierende des IMF „Ohohooo Ohooohooo Ohohooohooho Freedom“ über den Platz. Dazu werden die Hände über den Köpfen zusammengeklatscht und getanzt.

Wenn dann in etwa einer Woche der Song auf der Facebook-Seite von „Toast to Freedom“ veröffentlicht wird, kann sich jeder der Mitsinger vielleicht auch raus-hören“, sagt Behrens und lacht. Doch die Aktion auf dem Markt dient nicht nur dem Spaß, sondern auch einem guten Zweck.

Ursprünglich wurde das Lied zum 50. Geburtstag von AI produziert und bezieht sich auf die Gründungsgeschichte der Organisation: 1961 hatten zwei Studierende in einem Restaurant in Portugal auf die Freiheit angestoßen, also einen „Toast to Freedom“ abgegeben. Sie wurden verhaftet, denn im von Diktator António de Oliveira Salazar beherrschten Land war allein schon die Nennung des Wortes „Freiheit“ verboten.

Über den Fall las der englische Rechtsanwalt Peter Benenson und veröffentlichte einen Artikel, in dem er die Leser dazu aufrief, sich durch Briefe für die Freilassung von politischen Gefangenen einzusetzen.

Geschrieben haben es Peter-Maffay-Gitarrist Carl Carlton und US-Musiker Larry Campbell, unterstützt wurden sie unter anderem von so illustren Köpfen wie Jane Birkin, Ewan McGregor, Marianne Faithfull, Carly Simon und Reggae-Musiker Gentleman. Zugleich nennt die Organisation dieses Lied ihren „Song für Baku“, da AI die autoritäre Führung von Aserbaidschan wiederholt kritisiert hat, weil sie grundlegende Freiheitsrechte verletze. Um die Öffentlichkeit dafür zu sensibilisieren, hat AI nun einen Wettbewerb gestartet, in dem jeder seine eigene Version des Songs aufnehmen kann. AI veröffentlicht diese dann auf Facebook, die User können per „Gefällt mir“ wählen, und die erfolgreichsten 20 werden von einer Jury bewertet.

Behrens war von dieser Idee sofort elektrisiert. Also hat er einerseits stadtbekannte Musiker wie Heaven von den Angefahrenen Schulkindern, Todor „Toscho“ Todorovic von der Blues Company und Gitarrist Heinz Rebellius angesprochen, die alle „sofort Feuer und Flamme“ waren. Ebenso das Osnabrücker Symphonieorchester und natürlich die Studierenden des IFM. Zu den Musikaufnahmen wird es ein Video geben, das die Musiker bei den Aufnahmen zeigt.

„Wir haben Tonart und Text gelassen, aber eine Art Dance-Version des Liedes gemacht. So kann es auch in Clubs laufen“, sagt Behrens. Denn mit dem Song der Osnabrücker soll auch ein jüngeres Publikum erreicht werden, das mit AI vielleicht nicht ganz so viel anfangen kann. Dass der Refrain nun von Osnabrücker Bürgern auf der Maiwoche mitgesungen wird, ist für Behrens das i-Pünktchen in seiner Idee von einem Lied, hinter dem die ganze Friedensstadt steht.

Angeschaut werden kann das Video in etwa einer Woche auf www.toasttofreedom.org und www.facebook.com/ToastToFreedom


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