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Osnabrücker suchen Mitstreiter Neue Initiative gegen Fahrradrüpel

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Wildwest auf dem engen Gehweg: Vor dem Eiscafé San Remo an der Dielingerstraße ist es besonders schlimm. Immer wieder kommt es vor, dass Fahrradrüpel an den Stuhlreihen vorbeifahren (wie hier in einer fürs Bild gestellten Szene). Auch die Kellner sind schon angefahren worden. Foto: Jörn MartensWildwest auf dem engen Gehweg: Vor dem Eiscafé San Remo an der Dielingerstraße ist es besonders schlimm. Immer wieder kommt es vor, dass Fahrradrüpel an den Stuhlreihen vorbeifahren (wie hier in einer fürs Bild gestellten Szene). Auch die Kellner sind schon angefahren worden. Foto: Jörn Martens

jan Osnabrück. Dieter Beck fühlt sich als Fußgänger auf den Bürgersteigen in der Stadt nicht mehr sicher. Er klagt über rüpelhafte Radfahrer, die rücksichtslos Gehwege beanspruchen, obwohl sie dort nichts zu suchen haben. Gefährdet seien insbesondere Kleinkinder und Senioren.

„Die Dreistigkeit, mit der Radfahrer Verkehrsregeln brechen, ist immer schlimmer geworden“, schimpft der Osnabrücker. Er will nicht länger stillhalten und hat daher mit zwei Mitstreitern die „Bürgerinitiative Fußgängerschutz gegen Falschradler“ gegründet. Das Trio will öffentlichen Druck ausüben und hofft auf Unterstützung durch die Stadtverwaltung. Dieter Beck hat seinen Frust vor einigen Wochen in einem Brief an die Ratsfraktionen zum Ausdruck gebracht – mit deutlichen, zum Teil verbitterten Worten.

Der Osnabrücker hat immer wieder beobachtet, dass Radler auch tagsüber zum Teil mit einem Affenzahn in der Fußgängerzone unterwegs sind. Andere fahren zum Beispiel unter den Arkaden zwischen Neumarkt und Alter Münze entlang und verunsichern dadurch Passanten. Es werde bei Rot und in entgegengesetzter Richtung geradelt. „Fußgänger müssen zur Seite springen und bringen sich dadurch in Gefahr“, ärgert sich Dieter Beck.

Es ist nicht nur das individuelle Fehlverhalten vieler Radfahrer, das ihn stört. Er und seine Mitstreiter halten es für falsch, wenn Fußgängerüberwege auch für Radfahrer freigegeben werden. Etliche Gehwege in der Innenstadt seien zu eng, die Beschilderung zum Teil irreführend.

Die neue Bürgerinitiative erwartet, dass die Polizei und die Ordnungshüter der Stadt härter durchgreifen. „Ermahnungen und Appelle allein reichten nicht aus“, ist Dietmar Lührs überzeugt. Wer Falschradler auf ihr Fehlverhalten anspricht, werde auch noch blöd angepflaumt, beklagt der Rentner: „Die Fahrradrüpel haben überhaupt kein Unrechtsbewusstsein!“ Wer sich an der Bürgerinitiative beteiligen möchte, kann sich schriftlich bei Dietmar Lührs melden (Postfach 2946, 49019 Osnabrück).

Der Osnabrücker Polizei ist das Fehlverhalten von Radfahrern bekannt. Eine Zunahme der Gefährdungen kann Polizeisprecher Georg Linke allerdings nicht bestätigen. Insbesondere in der Fußgängerzone gebe es Verkehrsverstöße, die regelmäßig von Streifen geahndet werden. Das Fahren dort ist eine Ordnungswidrigkeit und kostet mindestens zehn Euro. Wer andere gefährdet, muss auch noch mehr berappen. Die Polizei plant für den Herbst verstärkt Fahrradkontrollen. Dabei geht es um die Verkehrssicherheit der Zweiräder genauso wie um das richtige Verhalten der Radler.


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