„Heimatabend“ in der Lagerhalle Kalla Wefel: „Wir treiben alle vor uns her“

Kalla Wefel hat zum „Heimatabend“ geladen. Foto: Hermann PentermannKalla Wefel hat zum „Heimatabend“ geladen. Foto: Hermann Pentermann

Osnabrück. „Wir treiben alle anderen vor uns her!“ Das war Kalla Wefels Kommentar zu seinem 2,4-Prozent-Abschneiden bei der NOZ-Umfrage zur Oberbürgermeisterwahl. Bei seinem „Heimatabend“ in der Lagerhalle hatte er die anderen OB-Kandidaten eingeladen, sich gegenseitig zu interviewen.

Wolfgang Griesert (CDU), Thomas Klein (Die Grünen) Christian Steiffen und der Gastgeber beharkten sich auf mal unterhaltsame, mal bissige Weise. Birgit Bornemann (SPD) und Robert Seidler hatten sich entschuldigt.

Wolfgang Griesert wollte partout nicht damit heraus, wie viel Geld die CDU für seinen Wahlkampf ausgibt. Thomas Klein blieb als Interviewer hartnäckig, und auch aus dem Publikum bekam Griesert Druck: Er habe doch immer mit dem Slogan „Klar“ geworben, da müsse er Farbe bekennen. Etwas zögerlich rückte Griesert damit heraus, dass sein Budget „einige zehntausend Euro“ betrage. Mehr könne er „wirklich nicht genau sagen“.

25.000 Euro soll die SPD für den Wahlkampf ihrer OB-Kandidatin Birgit Bornemann bereitgestellt haben, zitierte Thomas Klein das „Stadtblatt“. Die Grünen hätten 4500 Euro kalkuliert, dazu aber weitere 2800, falls er in die Stichwahl komme, verriet Klein. Christian Steiffen bezifferte seine Kosten für Wahlplakate mit 400 Euro, weil er sie selber „gekleistert und geklebt“ habe. Und Kalla Wefel kam auf 3,50 Euro für ein Glas Bier, das er bei einer Veranstaltung habe zahlen müssen.

„Es ist ja ziemlich klar, dass Birgit Bornemann gegen Wolfgang Griesert antritt“, meinte Kalla Wefel mit Blick auf das Ergebnis der repräsentativen Umfrage, das am Wochenende in unserer Zeitung zu lesen war. Der Grüne Thomas Klein wollte sich dem nicht anschließen. Wenn das Ergebnis schon feststehe, könne Kalla Wefel ja gleich verzichten und zur Wahl eines anderen Kandidaten aufrufen, konterte er. CDU-Mann Griesert ließ seine Mitbewerber als Fragesteller Halbsätze vervollständigen: „Mir gefällt das Ergebnis der Umfrage, weil...“ und Kalla Wefel fügte hinzu: „2,4 Prozent in Deutschland das beste Ergebnis ist, das ein Kabarettist jemals erhalten hat“.

Christian Steiffen ergänzte, die Umfrage habe gezeigt, dass über 1000 Leute tagsüber über das Festnetz erreichbar gewesen seien. Seine Wähler gehörten nicht dazu. Thomas Klein, der den Satz ebenfalls komplettieren sollte, ging den Fragesteller frontal an. „Mir gefällt das Ergebnis der Umfrage, weil Wolfgang Griesert nicht Oberbürgermeister wird“.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN