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Gotteshaus weicht Kindertagesstätte Abschied von Schinkeler Gnadenkirche

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Wer die Gnadenkirche noch einmal sehen möchte, muss sich beeilen: Das 1960 erbaute Gotteshaus wird in Kürze abgerissen. Erhalten bleibt nur der Turm. Foto: Hermann PentermannWer die Gnadenkirche noch einmal sehen möchte, muss sich beeilen: Das 1960 erbaute Gotteshaus wird in Kürze abgerissen. Erhalten bleibt nur der Turm. Foto: Hermann Pentermann

Osnabrück. Die Gnadenkirche wird bald abgerissen und weicht dann einer neuen Kindertagesstätte. Nur der Glockenturm bleibt erhalten. Eckhard Fasold vom Vorstand der Evangelischen Stiftungen erläuterte den Nachbarn rund um die Rappstraße im Stadtteil Schinkel die geplanten Veränderungen – in einem Zelt direkt neben der verwaisten Kirche, die 1960 gebaut worden war.

Es ist das dritte Gotteshaus, das die evangelisch-reformierte Kirche in Osnabrück aufgegeben hat. Die Atterkirche ist längst ein Stadtteilzentrum, und die ehemalige Erlöserkirche an der Lerchenstraße wurde an die rum-orthodoxe Kirche vermietet. Dass auf dem 4000 Quadratmeter großen Grundstück der Gnadenkirche eine Tagesstätte für 100 Kinder entstehen wird, bezeichnete Eckhard Fasold als Glücksfall – und den Plan dazu als „Meisterstück“.

Bauherren der Kindertagesstätte sind die Evangelischen Stiftungen, Träger wird die evangelisch-lutherische Paulusgemeinde sein. Beteiligt sind auch der Fachdienst Kinder und Jugend der Stadt. Uli Sommer (SPD) sprach von steigenden Kinderzahlen im Stadtteil Schinkel, die vom kommenden Jahr an von kurzen Wegen profitieren würden.

Wilhelm Pörtner vom Architekturbüro Dr. Ahrens & Pörtner in Hilter stellte die Pläne für den Neubau vor. Aus der Vogelperspektive kommt er der Grundform eines Quadrats recht nahe, allerdings leicht angeschrägt. In der Mitte des Komplexes befindet sich ein Hof, von dem aus der Kirchturm sichtbar ist. Das Gebäude soll aus einem Geschoss mit geneigten und begrünten Dächern bestehen und behindertengerecht gestaltet werden. Für eine integrierte Halle ist eine mobile Trennwand geplant. Statt rundum Zäune zu setzen, sollen Hecken gepflanzt werden.

Den 50 Jahre alten Kirchturm bezeichnete Wilhelm Pörtner als „Merkzeichen“ für das Siedlungsgebiet. Eckhard Fasold erläuterte noch einen weiteren Zweck. Denn darin befindet sich eine Funkantenne. Der Betreiber habe den Turm von den Evangelischen Stiftungen gemietet. Ein Gutachten habe ergeben, dass für die Kinder „kein Risiko“ bestehe. Die Antenne strahle seitlich ab, „nicht nach unten“.

Einige Nachbarn befürchten zusätzlichen Verkehr und Konflikte um Parkplätze, wenn die Kindertagesstätte im kommenden Jahr ihren Betrieb aufnimmt. Eine Anwohnerin plädiert deshalb für das Anliegerparken. Uli Sommer beruhigte die Nachbarn: „Ich habe noch nicht gehört, dass es im Umfeld von Kindergärten zu Schwierigkeiten kommt. Alle Träger haben ein Interesse an einer guten Partnerschaft.“

Mit der vor rund drei Jahren eingekehrten Stille auf dem Gelände wird es bereits in spätestens vier Wochen vorbei sein, kündigte Eckhard Fasold an. Dann sollen Bauarbeiter mit dem Abriss des Kirchenschiffes und der Nebengebäude beginnen.


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