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Nicht lukrativ, aber praktisch Minibar ist ein Auslaufmodell - aber nicht in allen Osnabrücker Hotels

Von Thomas Wübker

Lukrativ sind Minibars für Hotels nicht. Aufwand und Ertrag stehen in keinem Verhältnis. Dafür sorgt der Stromverbrauch – und Gäste, die sich ein Getränk nehmen, aber nicht unbedingt bezahlen. Foto: Jörn MartensLukrativ sind Minibars für Hotels nicht. Aufwand und Ertrag stehen in keinem Verhältnis. Dafür sorgt der Stromverbrauch – und Gäste, die sich ein Getränk nehmen, aber nicht unbedingt bezahlen. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Vor dem Einschlafen ein schönes Gute-Nacht-Bierchen und ein paar Erdnüsse aus der Minibar – auf dieses Vergnügen können sich Hotelgäste immer seltener freuen. Laut Umfrage eines Marktforschungsunternehmens will jeder fünfte Übernachtungsbetrieb in Deutschland die kleinen Zimmer-Kühlschränke in nächster Zeit abschaffen. Auch in Osnabrück?

„Eine Minibar ist für einen Hotelgast eine praktische Einrichtung“, sagt Andreas Bernard, Geschäftsführer des Hotels Walhalla. So muss der durstige Gast nicht extra zur Bar heruntergehen, sondern hat einen kurzen Weg zum Getränk und kann es sich in seinem Zimmer gemütlich machen.

Auch Thomas Henning von der Schloss-Residenz sieht die Minibars als Service-Leistung. Er füllt die Bestände stetig auf und kontrolliert sie. „Lukrativ sind sie nicht“, schränkt er ein. Auf den Gedanken, sie aus seinem Hotel zu verbannen, kommt er trotzdem nicht.

Mit Wasser, Wein, Säften und Bier ist die Minibar im Akzent-Hotel von Ute Klute bestückt. Auch für sie sind sie eine reine Service-Leistung, für die sie draufzahlt. Wie andere Hoteliers hat Ute Klute die Erfahrung gemacht, dass manche Gäste die Flaschen öffneten, austranken und sie dann neu befüllten, um den Eindruck zu erwecken, sie hätten nichts getrunken. Keine Mini-, sondern eine Maxibar steht an der Rezeption im Advena-Hotel. „Dort kann sich jeder Gast aussuchen, was er möchte, und es mit auf sein Zimmer nehmen“, erklärt Andrea Reismann, die an der Rezeption tätig ist. Zusätzlich stehen in jedem Zimmer kleine Kühlschränke bereit. „Viele Gäste bringen sich selbst etwas mit.“

Aus Kosten- und Energiegründen habe sein Hotel die Minibars abgeschafft, sagt David Westerkamp. Diese Überlegungen hatten auch viele Hoteliers in Deutschland dazu bewogen, die befüllten Kühlschränke zu entfernen, berichtet die Umfrage des Marktforschungsunternehmens „The Business Target Group“. Voll im Trend liegen demnach Getränkeautomaten auf den Fluren – so, wie sie im Laufe des vergangenen Jahres auch im Hotel Westerkamp aufgestellt wurden. Zusätzlich werde Mineralwasser in den Zimmern bereitgestellt.

Schon vor mehr als zehn Jahren habe das Hotel Kulmbacher Hof die Minibars aussortiert, sagt Geschäftsführerin Roswitha Saunus. Der Stromverbrauch sei einfach zu hoch gewesen. Dazu hätte das Personal immer wieder Flaschen aussortieren müssen, weil die Haltbarkeitsdaten abgelaufen waren. Beschwerden gebe es nicht, sagt Roswitha Saunus. Sie zieht ein nüchternes Fazit: „Bei uns jammert niemand den Minibars hinterher.“


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