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Bernd Schlömers Karriere begann in der Hasestadt Piraten-Vizechef ist Osnabrück bis heute verbunden

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Bernd Schlömer sitzt im Bundesvorstand der Piratenpartei. Foto: Tobias M. EckrichBernd Schlömer sitzt im Bundesvorstand der Piratenpartei. Foto: Tobias M. Eckrich

Osnabrück. Bernd Schlömer ist diplomierter Kriminologe und Diplom-Sozialwirt. Beamter ist er auch. Regierungsdirektor im Bundesverteidigungsministerium, um genau zu sein. Und er ist stellvertretender Bundesvorsitzender der Piratenpartei. Begonnen hat er mit all diesen Karrieren in Osnabrück. 1991 hat er ein Studium an der Universität aufgenommen.

Bereits damals, als Student der Sozialwissenschaften, hat sich Schlömer politisch engagiert. Im Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) hat er gesessen und auch im Uni-Senat. „Allerdings ohne einer der politischen Gruppen anzugehören, wie dem RCDS“, betont er. An einen besonderen Erfolg erinnert er sich auch. „Wir haben ein System eingeführt, mit dem die Fachschaften stärker an politischen Entscheidungen beteiligt sind.“ So sei mehr unmittelbare Demokratie möglich geworden. „Tja, schon damals bin ich so gewesen“, sagt Schlömer mit Blick auf die Ziele der Piratenpartei, der er am 8. Juni 2009 beigetreten ist. Seine Mitgliedsnummer: 2483.

Geboren 1971 in Meppen, hat Bernd Schlömer vor dem Studium bei der Bundeswehr in Varel seinen Grundwehrdienst geleistet. Dann kam die Zeit in Osnabrück – eine Stadt, mit der er bis heute verbunden ist: „Ich bin alle zwei Wochen da wegen meines achtjährigen Sohnes.“

Der Besuch des Landesparteitages der Piraten an diesem Wochenende in der Gesamtschule Schinkel ist also quasi ein Heimspiel für den Wahlberliner, der sich nebenberuflich für die Piraten engagiert. „Ich stehe morgens um 6 Uhr auf und bearbeite erst mal eine Stunde lang E-Mails.“ Abends ab 18 Uhr ist wieder Parteiarbeit angesagt mit Arbeitsgruppen, Sitzungen, Vorbereitungen – und Interviews.

Zwischendrin fährt er ins Bundesverteidigungsministerium, wo er seit 2009 Referent für Haushaltsangelegenheiten ist. „Ich bin Regierungsdirektor, das heißt da so.“ Zuständig ist er für die Bundeswehrhochschulen.

An der Bundeswehruniversität in Hamburg, die nach Helmut Schmidt benannt ist, hat er nach dem Abschluss in Osnabrück Kriminologie studiert. „Da ging es um den Umgang mit Gewalt- und Sexualstraftätern“, erinnert er sich an die Zeit, in der er sich mit der Qualitätssicherung von Prognosen für Straftäter befasste. „Ich habe gefragt, nach welchen Standards solche Gutachten gestellt werden.“

Mit Methoden hat er sich anschließend weiter befasst: Als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Bundeswehr-Uni arbeitete er zu Methoden der empirischen Sozialforschung, später war er fürs Controlling der Hochschule verantwortlich. Dann ging es weiter nach Berlin.

Wenn er zurückblickt, würde er auf jeden Fall wieder in Osnabrück studieren. „Ich finde die Idee, den Studienalltag in die Stadt zu integrieren, sehr gelungen.“ Hier gebe es eine Nähe, Aufrichtigkeit und Persönlichkeit, die nicht zu vergleichen sei mit der Atmosphäre von Massenuniversitäten wie denen in Hamburg oder Berlin, lobt Bernd Schlömer.

Vom Piraten-Landesparteitag an diesem Wochenende erhofft er sich, dass die notwendigen Pflöcke für die Landtagswahl im kommenden Jahr eingeschlagen werden, und: „Dass die klugen Köpfe wieder- und neu gewählt werden, die dafür nötig sind.“ Außerdem erhofft er sich eine lebendige Diskussion. „Aber wie ich die Kollegen aus Niedersachsen kenne, wird das sicherlich so werden.“


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