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Mischung aus Eis- und Braunbär Osnabrücker „Breisbären“ machen den Klimawandel sichtbar

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hin Osnabrück. Als 2004 die Liaison zwischen Eisbär Elvis und Braunbär Susi die zwei „Breisbären“ Tips und Taps gebar, schämte sich der Zoo. Jetzt werden die beiden Cappuccino-Bären zum Sinnbild für den Klimawandel – und entlocken der Bundesumweltstiftung 400000 Euro.

Tips und Taps werden in der ersten Juliwoche ihr neues Gehege inmitten der Taiga-Landschaft beziehen. Die Besucher können den kaffeebraunen Bären dann von oben, vom 250 Meter langen Baumwipfelpfand zuschauen oder durch Klimahöhlen auf Augenhöhe begegnen. Den Bau der Klimahöhlen fördert die Bundesumweltstiftung mit rund 400000 Euro. Das Bärengehege insgesamt kostet etwa eine Million Euro.

Welchen Einfluss hat der eigene Lebensstil auf das Klima? In den Klimahöhlen können die Besucher auf der Kohlendioxid-Waage den Test machen oder in Computersimulationen ausprobieren, wie sie durch eine Änderung ihrer Gewohnheiten den Klimawandel verlangsamen könnten.

Tips und Taps seien das Ergebnis einer nicht artgerechten Tierhaltung, sagte Zoo-Geschäftsführer Andreas Busemann. „Der Zoo hat sich dafür geschämt.“ Eis- und Braunbären leben eigentlich in getrennten, sich nicht überlappenden Lebensräumen. Doch der Klimawandel führt diese Räume zueinander. Als 2006 in Kanada ein Mischlingsbär in freier Wildbahn entdeckt wurde, erkannte Busemann darin die Chance für den Osnabrücker Zoo, die Panne in einen Glücksfall zu wandeln: Tips und Tips sind die lebenden Symbole für die Erderwärmung und deren mögliche Folgen. „Der Klimawandel berührt alle Menschen, aber erreicht sie nicht emotional“,sagte Busemann am Mittwoch. „Mit Tips und Tips packen wir die Besucher emotional und schicken sie mit vielen Informationen über Klimawandel, Natur und Umwelt wieder nach Hause.“

Der Generalsekretär der Bundesumweltstiftung, Fritz Brickwedde, sagte bei der Übergabe des Förderbescheides: „Mit den Erlebnishöhlen möchten wir die vielen Besucher motivieren, Verantwortung für den Klimaschutz zu übernehmen.“ Es ist das dritte Mal, dass die Umweltstiftung den Zoo bei Umweltprojekten finanziell fördert. 125000 Euro flossen in die Erneuerung der Energietechnik, die den Zoo schrittweise zu einer vorbildlich energieeffizienten Anlage machen soll. Im zweiten Schritt unterstützte die DBU den Bau des unterirdischen Zoos als Bildungsstätte für das Thema Boden und Bodenschutz. Jetzt sind es die Klimahöhlen von Tips und Taps.


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