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Schulprojekt „Deutsch lernen im Zoo“ Im Unterricht einem Löwen in die Augen geschaut

Von Henning Müller-Detert

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Osnabrücker Schüler haben im Zoo Gesprächsstoff gesammelt.Foto: Jörn MartensOsnabrücker Schüler haben im Zoo Gesprächsstoff gesammelt.Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Die Zweitklässler der Stüveschule laufen sofort zu den Flamingos. „Warum stehen die immer auf einem Bein?“, will Ugur Can wissen. Genau diese Neugierde erhofft sich die Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte von den Kindern. Denn das Projekt „Deutsch lernen im Zoo“ ist Teil der Sprachförderung.

8000 Euro hat die Stiftung für das aktuelle Schuljahr beigesteuert, nachdem das Projekt 2009 mit der Rosenplatzschule gestartet wurde. Dieses Budget steht nun vier Schulen zur Verfügung: Neben Stüveschule und Rosenplatzschule sind dies die Franz-Hecker-Schule sowie die Kreuzschule. Und das kommt bei Schülern und Lehrern gut an: „Wir suchen Lernorte, wo die Mädchen und Jungen ihren Sprachschatz in der Praxis erweitern können“, sagt Ulrike Zimmermann. Der Zoo biete die Möglichkeit, die Alltagssprache durch Bildungssprache zu erweitern, erläutert die Lehrerin der Stüveschule. Das sei umso wichtiger, weil sehr viele Kinder mit Zuwanderungsgeschichte die Schule besuchen und einige von ihnen besonders unterstützt werden müssen.

Neben den Schülern der Stüveschule sind an diesem Tag auch Zweitklässler der Rosenplatzschule da. Sie werden begleitet von Mitarbeitern der Zooschule: Karolin Hunold und Marita Dahms sind für die Rosenplatzschüler da, während Marco Brockmann mit den Mädchen und Jungen der Stüveschule loszieht. Er erfüllt auch den Wunsch von Bezül: Die Siebenjährige möchte unbedingt zu den Löwen. „Wir sind nur zu Besuch, die Tiere leben hier“, macht er den Kindern deutlich, dass sie sich leise und respektvoll verhalten sollen. Dann erzählt Brockmann von den Eigenheiten der Tiere, zum Beispiel, dass die Weibchen für die Jagd zuständig sind, die Männchen aber als Erste fressen dürfen. Anhand der Seelöwen erklärt er hingegen, was Säugetiere sind, und später können die Schüler auch noch Schlangen streicheln. So haben die Mädchen und Jungen eine Menge Gesprächsstoff – und das trägt dazu bei, Deutsch zu lernen.

„Kinder, Bildung und Bildungsgerechtigkeit – das Thema passt gut zu uns“, sagt Dr. Beate-Maria Zimmermann. Die Geschäftsführerin der Stiftung Stahlwerk kann sich zudem gut vorstellen, dass das Projekt auch über dieses Schuljahr hinaus unterstützt wird. Den Schulen steht dafür jeweils ein Budget zur Verfügung. Wie sie es in den Lehrplan integrieren, bleibt ihnen aber selbst überlassen, erläutert Lisa Josef, die als Zoo-Pressereferentin für die Organisation zuständig ist. Entsprechend können die Schulen planen, wie das Thema Zoo im Unterricht vor- und nachbereitet wird.


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