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Schlaue Köpfe mit Zukunft Osnabrücker Studenten gewinnen Wissenschaftspreis

Ausgezeichnet mit dem OLB-Wissenschaftspreis: Tim Kietzmann, Alexander Kostka und Dr. Stefan Hinck.Foto: PartonAusgezeichnet mit dem OLB-Wissenschaftspreis: Tim Kietzmann, Alexander Kostka und Dr. Stefan Hinck.Foto: Parton

Osnabrück. Drei Osnabrücker Hochschulabsolventen sind bei der Vergabe des mit 24500 Euro dotierten Weser-Ems-Wissenschaftspreises der OLB-Stiftung ausgezeichnet worden. Ihre Arbeiten sind so unterschiedlich wie wegweisend.

Bei der Veranstaltung in der Schlossaula hat Kognitionswissenschaftler Tim Kietzmann von der Uni Osnabrück für seine Masterarbeit „Augenbewegungen vor der Wahrnehmung mehrdeutiger Stimuli“ den mit 5000 Euro dotierten ersten Preis erhalten. Kietzmann und Kollegen haben in einer Reihe von Experimenten den Zusammenhang von visueller Aufmerksamkeit und bewusster Wahrnehmung untersucht. Betreut wurden sie durch Prof. Peter König, Direktor des Instituts für Kognitionswissenschaft.

Kietzmann erklärt das Ergebnis: „Wir können mit 70-prozentiger Wahrscheinlichkeit vorhersagen, was der Proband später wahrnehmen wird – zu einem Zeitpunkt, da die Person sich ihrer Wahrnehmung selbst noch nicht bewusst ist.“ Die Erkenntnisse der Studie sollen helfen zu verstehen, wie Wahrnehmung und Aufmerksamkeit im Gehirn interagieren. Sie könnten einmal bei der Behandlung von Parkinson-Patienten eine Rolle spielen.

Einen zweiten Preis erhielt Dr. Stefan Hinck von der Hochschule Osnabrück für seine Doktorarbeit „Ermittlung pflanzenbaulich relevanter Bodenkenndaten mit Hilfe von ausgewählter Bodensensorik“. Seine Osnabrücker Betreuer waren Klaus Mueller und Prof. Norbert Emeis. „Der Boden hat mich immer schon interessiert“, sagt der Ebersdorfer. Der Agrarwissenschaftler aus dem Fachgebiet Allgemeine Bodenkunde/Geologie beleuchtete mithilfe einer von der Hochschule entwickelten Technik den Zusammenhang zwischen Bodenqualität und Ertragshöhe. „Es gibt noch viel Potenzial, um den Pflanzenbau zu verbessern“, bilanziert der 40-Jährige.

Hinck untersuchte verschiedene Ackerböden mit der speziellen Hochschul-Messtechnik auf ihre elektrische Leitfähigkeit. Anhand der Unterschiede waren mit einer zusätzlichen Kartierung Aussagen möglich über die Bodenart, die spätere Ertragshöhe und die richtige Düngung.

Ein dritter Preis ging an Alexander Kostka von der Uni Osnabrück für seine Masterarbeit „Das musikalische Ausdrucksphänomen“. „Spiel bitte mit mehr Ausdruck!“ – diese Forderung habe wohl jeder Musiker schon gehört, so Kostka. Der 27-Jährige spielt seit etwa 20 Jahren Klavier. Auch sein Lehrer habe häufig mehr Ausdruck eingefordert. Doch was genau kann über Musik ausgedrückt werden? Mit dieser Frage beschäftigte sich Kostka in seiner Arbeit. Seine Erkenntnisse: Es seien vor allem Emotionen, die instinktiv auch ohne Sprache verstanden werden, überdies akustische Phänomene und sogar Gesellschaftskritik. Jetzt promoviert Kostka über die „Entwicklung einer Neurodidaktik für den Musikunterricht“. Er arbeitet als Referendar für Musik und Biologie am Gymnasium Bersenbrück.


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