Ein Artikel der Redaktion Neue Osnabrücker ZeitungLogo Neue Osnabrücker Zeitung

360 Kids im Inklusionsprojekt Kleine Darsteller der Kinderturnshow reißen 800 Zuschauer mit – Ein „Wunder“ bei den Proben

23.07.2012, 18:58 Uhr

Von wegen „Licht aus und Ruhe!“ – Wenn 360 Kinder ein Bühnenstück bieten, ist vieles anders als im großen Theater.

So wurde gestern bei der Kinderturnshow „Affen stark und Löwen schlau“ in der Osnabrückhalle auf den Besucherplätzen eifrig gerasselt, getrampelt und getanzt. Die Kinder machten die Erwachsenen kurzerhand zu ihren Mitspielern – in einer Aufführung, die in vielerlei Hinsicht bemerkenswert war.

Neben der Stärkung des kindlichen Selbstbewusstseins und der Bewegungsförderung hat sich das von NTB-Trainerin Anette Wrede geleitete Projekt die Inklusion von Kindern mit Handicaps und die Vernetzung von Kindergärten, Schulen und Vereinen zum Ziel gesetzt. Mit 19 Gruppen – darunter auch kleine Schauspieler mit Behinderungen der Paul-Moor-Schule Bersenbrück und der Gehörlosenschule Hänigsen – wurde diese Absicht in die Tat umgesetzt.

Obwohl die Kinderturnshow in ihrer Gesamtheit nur ganze zweimal geprobt werden konnte, reihten sich die einzelnen Bilder vortrefflich zu einer harmonischen Einheit. Mit drei zehnjährigen Hauptdarstellerinnen in den Rollen des Graslöwen (Franka), des Kinderturnclub-Affen Taffi (Johanna) und dessen Freundes Paul (Sophie) wird eine lehrreiche Geschichte erzählt. Das Trio erlebt auf der Reise in das idyllische Graslöwenland, wie die Menschen die Umwelt verschmutzen, und zieht daraus seine Lehren. Mit der Hilfe verschiedener Tiergruppen wird aktiver Umweltschutz betrieben. „Haltet euch und die Umwelt fit“, lautet die Erkenntnis.

Mit ihren tollen Kostümen, ihrer liebenswerten Präsentation und ihrem nicht nachlassenden Eifer erobern die Kinder – die jüngsten sind gerade mal drei Jahre alt – das Publikum im Sturm. Der Applaus der 800 Zuschauer stellt sich von ganz allein ein und kommt oft auf offener Szene. Die Aufforderung zum Mitmachen stößt auf großes Echo, bei einer Polonaise durch die Reihen wird der ganze Europasaal zur Bühne. „Die Kinder haben das super gemacht“, freut sich Wrede. Und sie berichtet von einem kleinen Wunder während der Vorbereitung. Ein vierjähriges stummes Mädchen habe während der Proben zum ersten Mal gesprochen. Nicht nur deswegen sollte dieses Inklusions-Projekt möglichst viele Nachahmer finden.