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Zur Sache FFH- und Natura 2000-Gebiete

Natura 2000 viewer der EU, Kalbabbau Lengerich und LienenNatura 2000 viewer der EU, Kalbabbau Lengerich und Lienen

Osnabrück. Die FFH-Richtlinie , im Beamtendeutsch auch schlicht „Richtlinie 92/43/EWG“, wurde 1992 von den damaligen EU-Mitgliedsstaaten einstimmig erlassen. FFH steht für Fauna-Flora-Habitat, also sinngemäß „Lebensraum für Tiere und Pflanzen“. Das Ziel: Die Schaffung eines Netzes von Schutzgebieten zum länderübergreifenden Erhalt gefährdeter wildlebender heimischer Pflanzen- und Tierarten und ihrer natürlichen Lebensräume.

Aus den von den Mitgliedsstaaten an die Europäische Kommission gemeldeten Flächen wurde eine Liste von „Gebieten gemeinschaftlicher Bedeutung“ erstellt, die von den Mitgliedsstaaten unter Schutz zu stellen sind. Dieses Schutzgebiet-Netz wird auch „Natura 2000“ genannt.

In Deutschland wurde die FFH-Richtlinie 1998 im Bundesnaturschutzgesetz verankert. Nach Angaben des Bundesamtes für Naturschutz (Stand 09/2011) hat Deutschland 4.619 FFH-Gebiete ausgewiesen, die 9,3 Prozent der Landfläche Deutschlands umfassen. In NRW umfasst das Gebietsnetz Natura 2000 nach Angaben des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz rund 287.000 Hektar. Das sind 8,4 Prozent der Landesfläche.

Eigentlich sind beeinträchtigende Eingriffe in FFH-Flächen unzulässig. Das Bundesnaturschutzgesetz kennt allerdings Ausnahmen: Ein Eingriff kann zulässig sein, wenn es keine zumutbaren Standort- und Projektalternativen gibt und ein „überwiegendes öffentliches Interesse“ nachgewiesen wird.

Einen Überblick und Detailinfos zu FFH/Natura 2000-Flächen bietet der Natura 2000-Viewer der EU im Internet unter natura2000.eea.europa.eu .


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