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Menschliche Spuren in dieser Welt In der neuen Ausstellung „Zivilisationsspuren“ im BBK Kunst-Quartier zeigen sechs Künstler ihre Werke

<em>Bunt wie diese Welt, der sie sich stellen: </em>Ulrike Emmanouilidis, Ulrike Weking, Sylvia Lüdtke, Harald Schuppe, Tina Schick und Theo Rothermund. Foto: Klaus LindemannBunt wie diese Welt, der sie sich stellen: Ulrike Emmanouilidis, Ulrike Weking, Sylvia Lüdtke, Harald Schuppe, Tina Schick und Theo Rothermund. Foto: Klaus Lindemann

Osnabrück. Welche Spuren hinterlassen die Menschen in dieser Welt? Mit riesigen Baggern schürfen sie im Tagebau Braunkohle, zwecks Stahlproduktion setzen sie monströse Industrieareale in die Landschaft, andererseits aber auch wohlgeratene Architektur, die der Kultur dient. Sie handeln mit Organen, bauen Uhrwerke, bewegen sich hektisch im urbanen Umfeld oder ausgelassen-spielerisch in der Natur.

Auf die Suche nach „Zivilisationsspuren“ kann man sich ab heute Abend im BBK Kunst-Quartier machen. Sechs Künstler verdeutlichen mit ganz unterschiedlichen Mitteln ihre Vorstellung von dem, was Menschen der Welt, in der sie leben, antun. Das ist nicht immer negativ belegt. So erfreut sich Theo Rothermund an architektonischen Strukturen, nimmt sie als „Wirklichkeitsfragmente“ mittels Mischtechnik in seine malerischen Konstrukte auf, abstrahiert, generiert offene Assoziationssysteme. Nur mit einem weiß-grauen Wandobjekt leitet er die Fantasie des Betrachters: Das Kolosseum und das Forum Romanum in der italienischen Hauptstadt hinterließen auf einer Holzplatte eindeutige Spuren.

Mit fotografischen Impressionen tragen Ulrike Weking und die Osnabrückerin Tina Schick zu der Ausstellung bei: Während Weking in einer Industrieruine ästhetische Details fand, produzierte Schick auf Bahnhöfen Abbilder hektischer Betriebsamkeit.

Derweil zeugen ihre „Strandbilder“ vom Ausdruck menschlicher Kommunikation. Fantastisch-futuristisch sind die Acrylbilder auf Hartfaser, die Harald Schuppe malt – ob Zukunftsstadt oder glühende Schlacke, die wie ein „Lavastrom“ aus einem Hochofen quillt. Farbintensive abstrakte Räume mit Pop-Art-Appeal entwirft Ulrike Emmanouilidis. Ganz offensichtlich kontrovers wirken dagegen die wie menschliche Körper geformten Objekte und bizarren Gebilde, die Sylvia Liedtke aus Draht häkelt. Sie thematisiert mit ihren Installationen den menschenverachtenden Handel mit Organen.

Das unter dem Titel „Connect“ realisierte Projekt ist auf eine Initiative des BBK Ostwestfalen-Lippe zurückzuführen, der im vergangenen Jahr drei Osnabrücker Künstler zu einer Begegnung nach Bielefeld einlud. Es handelt sich jetzt um den Gegenbesuch derselben Künstler aus OWL in Osnabrück.

BBK Kunst-Quartier (Bierstraße 33): „Connect“. Bilder, Fotos und Objekte von Sylvia Lüdtke, Ulrike Emmanouilidis, Tina Schick, Ulrike Weking, Theo Rothermund und Harald Schuppe. 5. April (Eröffnung um 19 Uhr) bis 20. April, Di., Mi. und Fr. 14–18 Uhr, Do. 15–20 Uhr, Sa. 11–15 Uhr. Infos unter www.bbk-osnabrueck.de


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