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Ein Tor für den Umweltschutz

Von Marie-Luise Braun

Steffi Jones Foto: Arne KöhlerSteffi Jones Foto: Arne Köhler

mlb Osnabrück/Frankfurt. Während Jogis Löwen in Südafrika gegen Argentinien um den Einzug ins Halbfinale kämpfen, laufen in Deutschland bereits die Vorbereitungen für die nächste Fußball-Weltmeisterschaft: Im Sommer 2011 wird die Frauen-WM hier ausgetragen. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) will dafür sorgen, dass dabei auf Umweltschutz geachtet wird.

Sie fördert das Konzept „Green Goal 2011“, das sie mit dem Organisationskomitee (OK) und dem Öko-Institut entwickelt hat. Es ist die Fortsetzung des „Green Goal 2006“, des Umwelt-Programms zur Fußball-WM der Männer im Jahr 2006.

„Green Goal 2011“ bezieht sich auf die Bereiche Wasser, Abfall, Catering, Energie und Mobilität. So soll die benötigte Energie in den Stadien und der Verwaltung aus erneuerbaren Quellen stammen, also umweltverträglich gewonnen sein. Durch den Einsatz verpackungsfreier Systeme soll Abfall verringert werden. Zudem sollen alle Beteiligten auf öffentliche Verkehrsmittel (ÖPNV) umsteigen, um damit den Ausstoß von Schadstoffen zu verringern. Deshalb gelten alle WM-Eintrittskarten am Spieltag als ÖPNV-Ticket.

„Bei der Frauen-Weltmeisterschaft 2011 blickt wieder die ganze Welt auf Deutschland. Da möchten wir natürlich auch beim Umweltschutz vorbildlich sein“, sagt OK-Präsidentin Steffi Jones.

Eine erste Kalkulation des Öko-Instituts geht davon aus, dass anlässlich der WM 2011 40000 Tonnen des klimaschädigenden Kohlendioxids im In- und Ausland freigesetzt werden. Auf dieser Basis rechnet das OK mit Kosten von 800000 Euro für Ausgleichsmaßnahmen zum Kohlendioxid-Ausstoß.

Umweltbeirat

Begleitet wird „Green Goal 2011“ durch einen Umweltbeirat, der auch dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) zur Seite steht. Dieser Beirat stehe nicht nur für die Seriosität und Effektivität von „Green Goal 2011“, meint DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger, sondern werde darüber hinaus helfen, die gesellschaftliche Verantwortung für die Umwelt kompetent und glaubwürdig wahrzunehmen. Im Umweltbeirat sitzen Bundesumweltminister Norbert Röttgen, Prof. Klaus Töpfer, der ehemalige Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen, Claudia Roth, Bündnis 90/Die Grünen, Michael Vesper, der Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes, Eberhard Brandes, Geschäftsführer des WWF-Deutschland, DFB-Vizepräsident Rolf Hocke und DBU-Generalsekretär Fritz Brickwedde.

Er meint, dass durch die Weiterentwicklung des Green-Goal-Gedankens die Leitidee von Sport und Nachhaltigkeit in der Gesellschaft verankert werde. Dabei helfe es Kommunen, Sponsoren, prominente Sportler und Umweltbeirat einzubinden. Dies beinhalte die Chance, als Vorbild für internationale Sportveranstaltungen zu dienen. Brickwedde spielt damit auf die Förderung des „Green-Goal-Konzeptes“ bei der Fußball-WM der Männer 2006 an.

Damals sei der Umweltschutz Teil des Sommermärchens geworden. „Wenn jetzt vom Welt-Fußballverband ab 2018 Umweltschutzkriterien offiziell und formal als Bestandteil der Bewerbungsverfahren festgelegt werden, haben wir dem Umweltschutz auch international für Großveranstaltungen dieser Art eine traumhafte Flanke gegeben“, meint Brickwedde. Bewerberländer müssten die Einhaltung von Umwelt-Standards nachweisen.