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Wirbel um Vorschlag Otte ist nicht Rzyskis erste Wahl als Osnabrücker Stadtbaurat

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<em>Mit dem Hollandrad</em> zum Termin: der neue Stadtbaurat Frank Otte. Foto: Tim HöhnMit dem Hollandrad zum Termin: der neue Stadtbaurat Frank Otte. Foto: Tim Höhn

Osnabrück. Der Vorschlag von OB-Vertreterin Rita Maria Rzyski, Frank Otte zum neuen Osnabrücker Stadtbaurat zu wählen, sorgt weiter für Konfliktstoff. Ein Grund: Für Rzyski selbst ist Otte nicht die erste Wahl.

Auf NOZ-Anfrage räumte sie das ein: „Richtig ist, dass aus meiner Sicht ein anderer Bewerber deutlich geeigneter wäre.“ Sie betonte aber auch, dass alle drei Bewerber, die sie am vergangenen Samstag den Fraktionsvorsitzenden vorgestellt hatte, grundsätzlich wählbar seien. Dass sie schließlich Frank Otte zur Wahl vorgeschlagen habe, liege daran, dass aus ihrer Sicht nur ein Kandidat infrage komme, der tatsächlich auch die Mehrheit des Rates auf sich vereinen könne.

Fritz Brickwedde, Vorsitzender der CDU-Ratsfraktion zeigte sich enttäuscht von Rzyskis Vorschlag. Er hält die vertrauensvolle Zusammenarbeit im Rat sowie zwischen Rat und Verwaltung durch den Ablauf des Verfahrens für erheblich gestört. Seinen Vorschlag, die Personalangelegenheit noch einmal in einer interfraktionellen Sitzung zu besprechen, nahm Rzyski zwar auf. Frank Henning (SPD) und Michael Hagedorn (Grüne) lehnten das jedoch inzwischen ab. Dass sich Rot-Grün so eindeutig hinter Otte stelle, ist für Brickwedde Indiz dafür, dass die Ratsmehrheit schon vor dem Vorstellungstermin festgelegt gewesen, die Runde damit eine Farce gewesen sei.

Das weist Frank Henning (SPD) zurück: „In der Vorstellungsrunde am vergangenen Samstag hat sich Otte aus unserer Sicht am besten präsentiert.“ Unter anderem habe er bei einer Fragestellung zur Entwicklung am Güterbahnhof die überzeugendste Lösung dargelegt. Den Vorwurf, die Bewerber nicht gründlich genug unter die Lupe genommen zu haben, weist Henning ebenfalls zurück. Giesela Brandes-Steggewentz (Linke) sieht das ähnlich: „Wir waren schon bei der ersten Wahl von Herrn Otte überzeugt und sind es immer noch.“

Thomas Thiele, Fraktionschef der Rats-FDP, bedauert dagegen, dass es nicht mehr zu einem interfraktionellen Gespräch kommt. WulfSiegmar Mierke (UWG/Piraten) würde sich wünschen, dass Vorschläge für die Besetzung der Wahlbeamtenstellen auch aus der Mitte des Rates kommen könnten. Mierke: „Das wäre demokratischer.“


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