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Hingucker in der Altstadt Neue Ausgabe der Osnabrücker „Lichten Momente“

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Überraschend: Hauswand als Bildträger.Foto: Gert WestdörpÜberraschend: Hauswand als Bildträger.Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. „Wahnsinnig spannend“, „Sehr persönlich gefärbt“ oder auch „Arg sentimental“: An der Fassade des Antiquariats Wenner läuft eine Kolonne von Meinungen und Bewertungen ab. Was bei flüchtiger Betrachtung wie ein Filmabspann wirkt, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als ironische Auflistung positiver und negativer Filmkritiken. „Primetime“ ist der Titel dieser Videoinstallation von Thomas Judisch, die zu insgesamt neun Projektionen des Outdoor-Video-Projekts „Lichte Momente 2011“ gehört, die bis zum 22. Dezember im Heger-Tor-Viertel zu sehen sind. Jetzt stellte Valérie Schwindt-Kleveman (Galerie écart) die Kooperation von European Media Art Festival (EMAF), Galerie écart und Kunsthalle Dominikanerkirche vor.

Bereits zum vierten Mal findet „Lichte Momente“ statt und versteht sich auch in diesem Jahr als abendliches Kontrast- oder Ergänzungsprogramm zur Hektik der Vorweihnachtszeit. Im Mittelpunkt stehen dabei weniger adventliche Themen als vielmehr menschliche Wahrnehmungen auf mediale Einflüsse, Reaktionen auf unerwartete visuelle Reize sowie die Konfrontation mit Kunst. Erstmals dabei sind in diesem Jahr auch interaktive Installationen, die vorübergehende Passanten zum Teil des Kunstwerks machen. So verwandelt die Video-Installation „Comic“ des Bochumer Künstlers Wolfram Lakaszus an der Fassade des „Bier Carré“ (Heger Straße) Passanten in bewegliche Schatten und verfremdet Lichter und umliegende Schaufenster in comicartige Bilder.

Um eine gepixelte Invasion auf die Stadt New York geht es wiederum in der Installation „Pixels“ des französischen Künstlers Patrick Jean an der Wand des Restaurants „La Vie“. Neue Eindrücke zu Geschichte und Kunst vermittelt die Video-Installation „Helden“ des Osnabrücker Künstlers Thomas Alich, der das an der Westseite des Bucksturms angebrachte Kriegerdenkmal aus neuer Perspektive betrachtet. Filme, die die Fantasie anregen und nicht länger als zehn Minuten dauern – „Lichte Momente 2011“ zeigt einmal mehr, dass historische Altstadt-Architektur und moderne Medienvisionen gut zueinander passen können. Unterstützt wird das Projekt von der Stadt Osnabrück, dem Landschaftsverband Osnabrücker Land e.V. sowie von Gastronomen, Geschäftsleuten und Kulturförderern aus der Altstadt.

„Lichte Momente 2011“. Outdoor-Videoprojektionen und -Installationen im Heger-Tor-Viertel. Bis 22. Dezember, täglich 17–22 Uhr.


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