zuletzt aktualisiert vor

Neuer Glanz für die Fresken Osnabrück: In St. Joseph werden die Deckenmalereien restauriert

Meine Nachrichten

Um das Thema Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Osnabrück. Sie füllen die Fläche eines Fußballfeldes. Und sie sind in schlechtem Zustand – die Deckenmalereien in der Osnabrücker Kirche St. Joseph. Doch jetzt sollen die Bildwerke restauriert werden. Das Problem: Es fehlt noch Geld.

„Nichts ist so unbekannt wie das täglich Gesehene“, sagt der Kunsthistoriker Reimund Pohlmann. Er ist in der Kirche an der Miquelstraße getauft worden. Später hat er bei Prof. Dr. Jutta Held an der Universität Osnabrück seine Magisterarbeit über die Kirche und ihre Malereien geschrieben. Seine These: „Das ist einmalig in ganz Norddeutschland, womöglich auch darüber hinaus.“

Zwei Künstler haben das 1917 geweihte Gotteshaus gestaltet. Der Münchener Maler Augustin Pacher (1863–1926) versah den Chor mit einer gewaltigen Darstellung des Jüngsten Gerichts. Vor allem der richtende Christus, als statuarisch strenge Frontalfigur gestaltet, und der Erzengel zeigen die Anflüge des Jugendstils. Später hat der Osnabrücker Bernhard Riepe (1896–1968), so die Darstellung Pohlmanns, die Arbeit Pachers in konservativem Stil fortgesetzt. 1932 begann er sein Jahre füllendes Werk. Rund um eine Darstellung des Pfingstwunders in der Kuppel malte er Wandflächen und Gewölbenischen mit Szenen aus, die sich auf den heiligen Josef beziehen.

„Die Wiederherstellung der Malereien kostet rund 220000 Euro. Davon wären rund 170000 Euro noch einzuwerben“, macht Nikolaus Schuck die Rechnung auf. Schuck, in Georgsmarienhütte Vorsitzender der Kunst- und Kulturstiftung, will für dieses Projekt Stiftungen ansprechen. Aber auch bei Unternehmen im Einzugsbereich von St. Joseph will der frühere Geschäftsführer der Georgsmarienhütte GmbH um Spenden werben. Nach seinen Vorstellungen sollen die Arbeiten im März 2013 abgeschlossen sein. Dann ist auch der Umbau der ganzen Kirche beendet. In die Halle wird eine Zwischenwand eingezogen. Künftig sollen Kirche und Gemeindezentrum unter einem Dach untergebracht sein (wir berichteten).

Die Mühe lohnt sich. Da sind sich Nikolaus Schuck und Reimund Pohlmann sicher. „Die Malereien sind einfach als Werk imposant“, stellt Pohlmann fest. Ihn verbinden persönliche Erinnerungen mit Riepes erst 1942 abgeschlossener Malarbeit. Der Künstler habe für seine Figuren damals Osnabrücker gezeichnet und die Porträts dann in seine Fresken eingefügt. „Eine der Figuren in der Nähe des Christus trägt die Züge meines Großvaters“, sagt Pohlmann.

Im Herbst sollen die Restaurierungen im Kirchenschiff beginnen. Pohlmann und Schuck: „Die bemalten Flächen müssen gereinigt werden. Die Farben sind viel leuchtender, als es jetzt wahrzunehmen ist“. In einem zweiten Schritt wird dann entschieden, ob Fehlstellen in den Darstellungen ergänzt werden. Gleichviel. „Mit diesem Pfund müssen wir mehr wuchern“, sagt Pohlmann über die Fresken von St. Joseph.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN