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Thomas Gerdiken ist in New Orleans zum Ehrenbürger ernannt worden Deutscher Klavieradel

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„Germany’s Prince of New Orleans Piano“: Thomas Gerdiken in Irvin’s Jazz Playhouse in New Orleans.Foto: privat„Germany’s Prince of New Orleans Piano“: Thomas Gerdiken in Irvin’s Jazz Playhouse in New Orleans.Foto: privat

Osnabrück. Thomas Gerdiken interessiert sich schon von Berufs wegen für New Orleans – die Stadt liefert das Basiswissen für jeden Blues- und Boogie-Pianisten. Nun war er wieder da, brachte einen Scheck in Höhe von 10000 Dollar hin – und kehrt hoch dekoriert zurück: Als „Germanys Prince of New Orleans Piano“, als musikalischer Botschafter und Ehrenbürger der Stadt.

Noch immer leidet New Orleans unter den Folgen des Sturms Katrina. Da tröpfeln 10000 Dollar auf einen sehr heißen Stein; willkommen ist die Hilfe natürlich trotzdem. Eine Klinik für Musiker wird damit unterstützt, eine Musikschule, ein Schulbuch-Projekt und eine Stiftung, die Musikinstrumente für Kinder finanziert. Denn Musik bestimmt das Leben hier. Dass viele Musiker ein erbärmliches Dasein fristen, ist die zynische Kehrseite der Stadt im Mississippi-Delta.

Diese Stadt ist ein Mythos in Blue Notes, eine Projektionsfläche für Musikerträume. Doch das Jazz and Heritage Festival und Marti Gras oder Musikerlegenden von Louis Armstrong bis Dr. John belegen, wie es auf der Projektionsfläche flirrt und unter ihr rumort. Möglicherweise ist das der Grund, warum Thomas Gerdiken diese Stadt so liebt, warum er sich so für ihr Wohl einsetzt. Und warum er sie ein Stück weit erobert hat: Nicht mit Spenden, sondern mit Musik.

Mit Songs der Blues- und Boogie-Legende James Booker stellte er sich in Irvin’s Jazz Playhouse vor, einem der wichtigen Clubs. Damit traf Gerdiken den Nerv der Stadt: Das Publikum sei begeistert gewesen, sagt er, und so hat der Gig ihm ein Adelsprädikat eingebracht: Als „Germany‘s Prince of New Orleans Piano“ betitelt ihn ein Konzertplakat.

Bei diesem Konzert Ende November präsentierte Gerdiken sein jüngstes Baby, die Frucht seiner Zusammenarbeit mit Jazz- und Bluesmusikern aus Deutschland – und zwanzig Musikern aus New Orleans, die er zu seiner „In The Spirit of New Orleans“-Tour durch Deutschland eingeladen hatte. Bei den sechs Konzerten dieses Frühjahr entstand die gleichnamige CD, die er in New Orleans vorstellte.

Es folgten Einladungen in die Morning Shows der lokalen Radiosender, es folgten Einladungen in den Rotary-Club der Stadt; es folgte die Ernennung zum Ehrenbürger der Stadt New Orleans. Und um das Paket abzurunden, ernannte ihn Bürgermeister Mitchell J. Landrieu zum musikalischen Botschafter der Stadt.

So markiert dieser New-Orleans-Trip für Gerdiken so etwas wie einen Meilenstein seiner Karriere. „Ich hätte nie gedacht, dass ich ausgerechnet von New Orleans aus noch mal Karriere machen würde“, sagt er, und dabei erfüllen mächtiger Stolz und Freude seine Stimme, ein Bass, in dem auch dann etwas Melodiöses liegt, wenn er erzählt. Noch wichtiger aber ist ihm die selbst auferlegte Verpflichtung zu helfen, damit die Stadt und ihre Musiker wieder auf die Beine kommen. Deshalb wirbt er für seine CD, die ihn als zufrieden lächelnde Comic-Figur am Piano zeigt – und ihn und viele, viele andere Musiker zu Gehör bringt. Sie alle verzichten auf die Anteile am CD-Verkauf, die ihnen zustehen. So kommt der Erlös der CD den Bedürftigen in New Orleans zugute. Denn es geht um die Musik, und es geht um Musiker.

„In the Spirit of New Orleans“. Erhältlich bei der Sparkasse Osnabrück. Handsignierte Exemplare direkt bei Thomas Gerdiken, Tel. 0163/3095548


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