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Krebskranken hilft die Kooperation

Von Frank Henrichvark

Stolz auf die neuen Räume der Onkologie am Klinikum: Prof. Olaf Koch (rechts) mit seinem Team, Oberärztin Dr. Corinna Petzt, Dr. Vera Küppers, Leitender Arzt PD Dr. Andreas Willer, Dr. Johannes Niklas Steiff, Dr. Olga Schönfelder, Dr. Mulugeta Kassa (von links). Foto: Uwe LewandowskiStolz auf die neuen Räume der Onkologie am Klinikum: Prof. Olaf Koch (rechts) mit seinem Team, Oberärztin Dr. Corinna Petzt, Dr. Vera Küppers, Leitender Arzt PD Dr. Andreas Willer, Dr. Johannes Niklas Steiff, Dr. Olga Schönfelder, Dr. Mulugeta Kassa (von links). Foto: Uwe Lewandowski

fhv Osnabrück. Das städtische Klinikum am Finkenhügel hat seine Behandlungskapazitäten für Krebspatienten erneut ausgebaut: Im Untergeschoss des Verwaltungstraktes verfügt das Medizinische Versorgungszentrum für die ambulante onkologische Therapie (MVZ Onkologie) jetzt über 800 Quadratmeter mit Untersuchungs- und Behandlungsräumen. „Jetzt können wir ambulante Behandlungsplätze anbieten, die zugleich den Erfordernissen einer stationären Therapie genügen“, sagt Chefarzt Prof. Olaf Koch dazu.

Im Mittelpunkt des MVZ stehen etwa 40 Behandlungsplätze für die Infusionstherapie mit Überwachungseinrichtungen und flankierenden Versorgungsstrukturen, etwa für die Versorgung mit Sauerstoff. Bislang habe es für diese Patienten „keine adäquate Unterbringung in geeigneten Räumen“ gegeben, sagt dazu Klinikum-Geschäftsführer Dr. Hansjörg Hermes. Deshalb seien die aufgewendeten 300000 Euro für das MVZ Onkologie auch „gut investiertes Geld“.

Etwa 80 Prozent der onkologischen Behandlungen können heute ambulant durchgeführt werden, so Koch weiter: „Durch die Anbindung des MVZ an die stationäre Behandlungsoption kann zum Beispiel auch eine moderne Antikörpertherapie durchgeführt werden, bei der es zu allergischen Reaktionen kommen kann.“ Je nach Verträglichkeit und den Wünschen des Patienten sei dann auch die stationäre Aufnahme möglich.

Außerdem verfügt das MVZ am Klinikum über alle kooperierenden Fachdisziplinen, also neben der Hämatologie und Onkologie auch über Fachärzte der Chirurgie, Dermatologie und Allergologie sowie Nuklearmedizin und Allgemeinmedizin.

Dahinter steht die Überzeugung, dass Krebspatienten am besten von der Kooperation der Fächer profitieren. Deshalb findet einmal in der Woche eine interdisziplinäre Tumorkonferenz des Klinikums statt, an der alle relevanten Fachdisziplinen teilnehmen und wo jeder Patient mindestens zweimal durchgesprochen wird: einmal zu Beginn der Therapie und einmal beim Übergang in die ambulante Phase.

4300 Onkologie-Patienten pro Jahr werden am Finkenhügel derzeit ambulant betreut. Diese Zahl hat sich seit der Gründung des MVZ im Jahr 2006 mehr als verdoppelt. Hinzu kommen etwa 1500 stationär aufgenommene Personen im Jahr. „Damit zählen wir zu den größten ambulant-stationären onkologischen Versorgungseinrichtungen in der Bundesrepublik“, betont Prof. Olaf Koch, „nur in solch leistungsfähigen und komplexen Strukturen kann hohe medizinisch-onkologische Qualität hervorgebracht werden.“

Dies ist auch bereits am Stellenschlüssel ablesbar: Drei onkologisch tätige Fachärzte sind im MVZ am Klinikum Finkenhügel tätig, in der Klinik für Onkologie sind es sechs Ärzte für Hämatologie/Onkologie sowie zwei Ärzte mit der Zusatzbezeichnung Transfusionswesen; dazu noch einmal fünf Assistenzärzte in der Weiterbildung zum Facharzt zum Internisten/Onkologen und Hämatologen.

Ein medizinisches Versorgungszentrum ist als ambulante Gesundheitseinrichtung im kassenärztlichen Bereich angesiedelt, nutzt aber zugleich die Strukturen des Krankenhauses als Rückhalt. Damit die Therapieabläufe optimiert werden bei zugleich kürzerer Verweildauer im Krankenhaus, so erklärt Klinikum-Geschäftsführer Dr. Hansjörg Hermes: „Auch die Patienten profitieren davon, wenn ihre Behandlung exakt den individuellen Erfordernissen angepasst werden kann.“