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„Bekommen täglich Anfragen“ Universität Osnabrück startet neue Fächer am Institut für islamische Theologie

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Das Interesse am neuen Fach „Islamische Theologie“ an der Universität Osnabrück ist groß. Foto: dpaDas Interesse am neuen Fach „Islamische Theologie“ an der Universität Osnabrück ist groß. Foto: dpa

Osnabrück. Wenn Universitäten neue Fächer anbieten, ist das zunächst unspektakulär. Diese beiden haben aber eine besondere Bedeutung, meint Jörg Ballnus: „Sie stehen für den Normalisierungsprozess“, sagt der Dozent des Instituts für islamische Theologie.

Die Uni Osnabrück bietet jetzt das Fach „Islamische Religion“ als grundständiges Fach für das Lehramt an. Und auch für den Bachelorstudiengang „Islamische Theologie“ können sich Studierende einschreiben.

Theologie – das ist die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Praxis des Glaubens und mit seinen historischen Quellen. Sie befasst sich außerdem mit der Analyse und der Darstellung des Glaubens. Bislang gab es dies in Deutschland nicht für den Islam. Entsprechend groß ist das Interesse potenzieller Studierender am Fach „Islamische Theologie“.

Das zeigte sich bei einer Infoveranstaltung vor wenigen Tagen. „Und wir bekommen täglich Anfragen“, sagt Yilmaz Gümüs, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für islamische Theologie (IIT).

Die Frage, was sie nach dem Abschluss damit machen können, sei für die Interessenten sekundär, weiß Gümüs. Dann zählt er einige berufliche Möglichkeiten auf. So können die Absolventen nicht nur als Imame oder Seelsorgerinnen in den Gemeinden tätig werden. Durch die Seminare und Schwerpunkte im Studium sollen sie auch im Journalismus, im Verlagswesen oder in der Pressearbeit von Verbänden und Vereinen arbeiten können. „Es gibt einen großen Bedarf an geschulten Akademikern“, meint Gümüs.

Das Fach „Islamische Religion“ bietet die Uni zwar schon seit Längerem an. Ab dem Wintersemester kann es jedoch auch als Zweitfach für das Lehramt an Grund-, Haupt- und Realschulen gewählt werden. Damit sei das Fach auf Augenhöhe mit den anderen Religionen, sagt Ballnus.

60 Plätze wird es für die beiden Studiengänge geben. „Die werden wir füllen“, ist sich Gümüs sicher. Ob es aber bei einer Aufteilung von 35 Plätzen für die Theologie und 25 für das Lehramt bleibt, sei noch offen.

Während die Einschreibefrist für die „Islamische Religion“ bereits abgelaufen ist, können sich Studierende für die „Islamische Theologie“ vom 15. August bis zum 30. September immatrikulieren.

Weitere Informationen unter www.iit.uni-osnabrueck.de .


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