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Deponie wird rekultiviert Am Osnabrücker Piesberg ist jetzt alles dicht



Osnabrück. Vom Piesberg als Müllkippe der Region ist nicht mehr viel zu erkennen. Bis 2014 soll aus der früheren Zentraldeponie im Norden von Osnabrück ein grüner Hügel werden. In dieser Woche wurde die letzte Dichtungsfolie verlegt.

Spaziergängern auf dem Südstieg bot sich zuletzt ein beeindruckendes Schauspiel. Während Bauarbeiter die zweieinhalb Millimeter starken Kunststoffbahnen ausrollten und an den Rändern verschweißten, waren Bagger und Kipper im Einsatz, um darauf Granulat zu verteilen. Von 1976 bis 2005 landeten im ehemaligen Steinbruch die Abfälle aus der Stadt und dem Landkreis – 8,9 Millionen Kubikmeter, so viel wie 500000 normale Müllwagen transportieren. Inzwischen ist Deponieren nicht mehr zeitgemäß. Seit 2006 wird der Müll in der Herhof-Anlage im Stadtteil Hafen verarbeitet.

Gleichwohl macht der gigantische Abfallhaufen den Verantwortlichen weiter zu schaffen. Große Teile wurden bereits rekultiviert. Seit März 2012 ist der letzte Abschnitt an der Reihe. Für die fachgerechte Abdeckung schlagen allein für diese 4,6 Hektar große Fläche drei Millionen Euro zu Buche.

Raupen glätteten im Frühjahr zunächst den Boden, bevor die faltenfreie Verlegung der Kunststoffbahnen beginnen konnte. Auf die Granulatschicht wird demnächst ein halber Meter Mutterboden aufgetragen, der dann begrünt wird. Nach Angaben des Osnabrücker Abfallwirtschaftsbetriebes verlaufen die Arbeiten planmäßig. Die Fertigstellung ist für 2014 vorgesehen.

Die Abdeckung mit Folie, Boden und Drainageschicht soll verhindern, dass Regenwasser in den Müllberg eindringen kann. Erst wenn das der Fall ist, gären auf lange Sicht die Abfälle nicht mehr, und die Deponie gilt als stillgelegt. Die bisherigen und künftigen Kosten für die Rekultivierung stammen aus Rücklagen, die die Müllabfuhr in der Stadt und dem Landkreis in den vergangenen Jahrzehnten gebildet hat.

Nach 2014 kann der grüne Hügel in den Kultur- und Landschaftspark Piesberg integriert werden. Die Zeiten, in denen Plastiktüten in den Bäumen hingen und ein unangenehmer Abfallgeruch in der Luft lag, gehören jedenfalls endgültig der Vergangenheit an.


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