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Käse und Tulpen Bunter Holland-Markt bereicherte ersten verkaufsoffenen Sonntag in diesem Jahr

Von Matthias Liedtke


Osnabrück. Viele niederländische Gäste, die bei strahlendem Frühlingswetter zum verkaufsoffenen Sonntag nach Osnabrück gekommen waren, staunten nicht schlecht ob der vielen heimischen Produkte, die sie dort angeboten bekamen.

Denn nicht nur die Osnabrücker Händler öffneten ihre Türen. Auch mehr als zwei Dutzend fliegende Händler aus Holland bereicherten unter dem von der Interessengemeinschaft Südliche Innenstadt in Kooperation mit einem holländischen Marktveranstalter ausgegebenen Motto „Johannistraße meets Holland“ den zum wiederholten Male mehr als gut besuchten verkaufsoffenen Sonntag, den ersten in diesem Jahr. Und bewiesen dabei bereits zum dritten Mal in Folge wahrhaftig, dass nicht alles Käse ist, was aus Holland kommt. Gouda und Co. gab es zwar zur Genüge, aber zum harten Käse gesellten sich weiches Brot, frischer Fisch, fette Fritten und Frikandel, knackiges Knabberzeug, leckere Lakritze, original holländische Sirup-Waffeln oder die berühmten „Poffertjes“: kleine, mit viel Puderzucker versüßte Pfannküchlein.

Von der Johanniskirche bis zum Neumarkt wurde die Johannisstraße in eine Gasse mit typisch niederländischem Flair verwandelt. Das erkannte man vor allem an allerlei markigem Marktgeschrei mit deutlich niederländischem Akzent. Dabei erfuhr der aufmerksame Besucher etwa, dass man in Holland beim Brotbacken „nicht pingelig mit den Rosinen“ ist oder die Wurst „in allerhöchster Not auch ohne Brot“ schmeckt.

Neben den bekannten kulinarischen Spezialitäten aus dem Nachbarland boten einige „fliegende Holländer“ auch Blumen, Taschen, Socken, diverse Textilien an. Gut betuchte Shopper konnten sogar Unterwäsche aus Holland erwerben.

Der klassische Holzschuh diente dagegen als Geschenkverpackung für Wurst und Senf oder als Fußgewand für die dreizehn wilden Bläser der Stimmungskapelle „Twents TNT Fanfare Orkest“ vom Musikverein Hengelo, die, gestärkt mit Osnabrücker Pils, für eine entsprechend deftige musikalische Untermalung des bunten Treibens sorgten. Aus dem Stegreif übertönten die professionellen Musiker mehrmals am Sonntagnachmittag mit Märschen und mitreißenden Stimmungsliedern sogar die lauten Marktschreier auf der „holländischen“ Johannisstraße.

Kapellmeister Hennie Rosbergen kommt mit seiner blasfreudigen, in „Oranje“ gewandeten Truppe „immer wieder gerne“ nach Osnabrück zum laut Einschätzung der Veranstalter „größten Hollandmarkt Deutschlands“. Am besten gefallen haben ihm der große Fischwagen aus der Heimat beim traditionellen niederländischen Kinderkarussell an der Johannisfreiheit und die „deutsche Bratwurst“. Der Brückenschlag zwischen den Kulturen scheint zumindest in diesem Fall also gelungen zu sein.