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Fremdenangst überwinden Osnabrück: Integrationspreis für Andreas Neuhoff

Von Ulrike Schmidt

Im Friedenssaal zeichnete Oberbürgermeister Boris Pistorius Andreas Neuhoff mit dem Yilmaz-Akyürek-Preis für dessen Einsatz für Integration aus. Foto: Gert WestdörpIm Friedenssaal zeichnete Oberbürgermeister Boris Pistorius Andreas Neuhoff mit dem Yilmaz-Akyürek-Preis für dessen Einsatz für Integration aus. Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. Der langjährige Vorsitzende des Vereins Exil, Andreas Neuhoff, ist im Friedenssaal mit dem Yilmaz-Akyürek-Preis für Integration ausgezeichnet worden.

Oberbürgermeister Boris Pistorius erinnerte in seiner Laudation an den 2007 verstorbenen Namensgeber des Preises. Yilmaz Akyürek hatte mehr als 20 Jahre dem Ausländerbeirat angehört. „Anpackend, wenn es um die Sache ging, und mit warmherziger Güte“ habe er sich um das Thema Integration gekümmert und sei dabei zu einem wichtigen Ansprechpartner für Zugewanderte und hier Geborene geworden. In Osnabrück sei er voller Hochachtung „Vater der Türken“ genannt worden.

Andreas Neuhoff setze sich als Gründungsmitglied und langjähriger Vorsitzender des Vereins Exil seit 1987 für Flüchtlinge ein. Als auf Ausländer- und Aufenthaltsrecht spezialisierter Anwalt helfe er „den Ankommenden, sich hier zurechtzufinden – und das heißt dann immer auch: ihr Recht zu bekommen“.

Parallel dazu informierten Neuhoff und der Verein die hier lebenden Menschen über die Verhältnisse in den Herkunftsländern der Flüchtlinge. Es gehe den Mitgliedern darum, anderen verständlich zu machen, was es heißt, seine Heimat aus der Not heraus verlassen zu müssen und die Angst vor der Fremde zu überwinden. Aufklärung trage zudem dazu bei, Fremdenangst zu überwinden.

Als ein Wegbereiter für die Arbeit des Vereins habe Neuhoff „das ausgeglichene, durch Vertrauen bestimmte Klima in der Friedensstadt Osnabrück mitgeprägt“, sagte Pistorius.

Neuhoff nahm die Auszeichnung „stellvertretend für alle Haupt- und Ehrenamtlichen des Vereins“ an. Am Beispiel der Roma aus dem Kosovo warb er um Verständnis für manch unverständliches Verhalten: „Die Roma haben als Volk überlebt, weil sie sich nicht assimiliert haben.“

Neuhoff kritisierte manche Entscheidungen in Hannover, wenn etwa Flüchtlinge im tiefsten Winter abgeschoben werden, ohne dass eine menschenwürdige Unterbringung sichergestellt sei. Auf kommunaler Ebene wolle der Verein Exil auf Missstände wie die mangelnde Umsetzung der Kinderrechte für Flüchtlinge aufmerksam machen. Als Beispiel für praktische Hilfe nannte Neuhoff Freizeitangebote für Kinder im Bramscher Durchgangslager für Asylbewerber, bei denen sie ein paar Stunden die deprimierende Situation im Lager vergessen könnten.

Die Feierstunde wurde musikalisch vom Quartett Cicinatela umrahmt.