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Die Fans der Konzertreihe betrauern den Abschied vom Musik-Café – Im Spitzboden der Lagerhalle soll künftig mehr Platz sein Katzenjammer zur letzten Song Night im Mojo

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Rappelvoll: der Nichtraucher-Salon im Mojo. Foto: Egmont SeilerRappelvoll: der Nichtraucher-Salon im Mojo. Foto: Egmont Seiler

Osnabrück. Eine Menschenschlange bildet sich vor dem Nichtraucher-Salon des Café Mojo. Viele Gäste wollen an der letzten Mojo Song Night teilhaben, doch der gemütliche Raum ist bereits rappelvoll, als zunächst Claudia Fink ans Mikro tritt. Die Frau aus Frankfurt, die unter dem Künstlernamen Lucid verträumt Lieder vorträgt, war vor einem Jahr schon einmal zu Gast bei der Song Night, ebenso wie Robert Carl Blank, der den zweiten Teil der Abschiedsnacht bestreitet. Blank war zur Premiere der speziellen Konzertreihe in intimer Atmosphäre aufgetreten und hatte auch zum einjährigen Bestehen zur Gitarre gegriffen. So lag es für Heinz Rebellius, den Organisator der Reihe, nahe, den „Stammgast“ auch zum Finale einzuladen. „So gemütlich, wie es im Cafe Mojo ist: Die Räumlichkeiten sind einfach zu klein“, begründet Rebellius die Entscheidung, seine Künstler in Zukunft im Spitzboden der Lagerhalle auftreten zu lassen.

„Einige Leute haben die Ankündigung der letzten Mojo Song Night falsch verstanden und fragten, warum ich denn keine Konzerte mehr anbieten wolle“, erklärt derweil David Geißler, Betreiber des Mojo Soulfood Café. „Ich mache wie gewohnt mit Livemusik weiter“, konstatiert er. So wird Robert Carl Blank seine eindringlichen Songs einmal mehr am 8. Juni hier vortragen – in Begleitung eines Kontrabassisten. Vielleicht kommt Claudia Fink als Lucid auch mal wieder vorbei; sie liebt die vertrauliche Mojo-Atmosphäre ebenfalls. Tatsächlich passen ihre persönlichen Songs, die sie einfühlsam zu Gitarre oder Klavier vorträgt, ausgezeichnet ins Ambiente. Bezaubert lauschen die Zuschauer Liedern wie „Under My Skin“ oder „Naked“, in denen Lucid mit feinem Gespür Gefühlen nachspürt. „Hier herrscht die Art Ruhe, die meine Songs erst möglich macht“, meint Robert Carl Blank, der sich wehmütig von der Songnacht im Mojo verabschiedet. Dabei sind seine Lieder gar nicht so sinnlich wie die von Lucid. Oft streben sie expressiven Höhepunkten entgegen, derweil sein kräftiges Gesangsorgan bisweilen zu Ausflügen in höhere Oktaven neigt.

Eine Session mit Lucid, Rebellius, Blank und Geißler, die gemeinsam Songs von Bob und Jacob Dylan und von The Band vortragen, setzt einen markanten Schlusspunkt unter die Mojo Song Night. Was mit dem Banner passiert, auf dem eine Katze in ein Mausemikrofon maunzt und das zum Markenzeichen der Veranstaltung wurde, ist bisher nicht bekannt. Es gehört zum Mojo und wird daher nicht in die Lagerhalle umziehen.


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