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Bunt schillerndes Symbol Diözesanmuseum Osnabrück: „Kreuz Wege Positionen – Zeitgenössische Ansichten zu einem Ursymbol“

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Mutet einiges zu, dieses „Stillleben mit Hand“ von Harald Duwe. Foto: Hermann PentermannMutet einiges zu, dieses „Stillleben mit Hand“ von Harald Duwe. Foto: Hermann Pentermann

Osnabrück. Es ist eines der bekanntesten Symbole überhaupt: das Kreuz. Schon in der Frühzeit der Menschheit hatte es Kultcharakter. Für das Christentum erlangte es eine fundamentale Bedeutung durch die Kreuzigung Christi. Die Ausstellung „Kreuz Wege Positionen“ im Diözesanmuseum und in der Domschatzkammer zeigt die Geschichte des Kreuzes auf: vom Kultzeichen über das Kruzifix im christlichen Kontext bis hin zur Auseinandersetzung zeitgenössischer Künstler mit dem zurzeit inflationär benutzten Symbol.

In riesigen Lettern prangt dreimal der Schriftzug „Kreuz“ in der Nikolaus-Kapelle des Kreuzgangs in direkter Nachbarschaft zum Diözesanmuseum: einmal in Rot, einmal in Gelb, einmal in Blau. Obwohl sich der Titel „RGB“ auf die eingesetzten Primärfarben bezieht, setzt sich der Künstler Markus Daum hier nicht mit künstlerischen Farbaspekten auseinander, sondern mit inhaltlichen Assoziationen: Zum Beispiel tritt das Rote Kreuz als internationale Hilfsorganisation in Erscheinung, das Blaue Kreuz ist eine christliche Organisation, die Selbsthilfe für Suchterkrankte ermöglicht, und „Gelbkreuzgranaten“ wurden im Ersten Weltkrieg Geschosse genannt, die Senfgas als hautschädigendes Kampfmittel zum Einsatz brachten.

Als „Mysterium“ bezeichnet denn auch der Würzburger Domkapitular Dr. Jürgen Lenssen das Kreuz, das bezüglich seiner Deutungs- und Bedeutungsebene so bunt schillert wie kein anderes Symbol. Diese Vielfalt soll in der Ausstellung zum Ausdruck kommen, die Kuratorin Friederike A. Dorner mit Unterstützung Lenssens zusammenstellte. Im Bistum Würzburg ist er Leiter der Abteilung Bau- und Kunstwesen, und so konnte er Exponate von namhaften Künstlern als Leihgabe mit nach Osnabrück bringen. Zum Beispiel die „Kreuzigung (Abend)“ von Michael Triegel, der die Frömmigkeit in seinem auf altmeisterliche Art gemalten Werk mit vielfachen Anspielungen als Staffage oder hohles Szenario entlarvt.

Doch es sind nicht nur die kritischen Positionen, die die Schau sehenswert machen. Traditionelle Kreuze wie das goldene Vortragekreuz aus dem Dom, das noch im Gebrauch ist, sowie das prächtige Kapitelkreuz aus dem frühen 11. Jahrhundert, das zum Osnabrücker Domschatz gehört, schlagen eine Brücke zwischen überlieferter und zeitgenössischer Interpretation. Dem gegenüber zu sehen: ein konkaves Kreuz aus poliertem Edelstahl mit dem beziehungsreichen Titel „Wanderprediger“, in dem sich der Betrachter spiegelt.

Themen wie Leben und Tod, Leid, Gewalt und Auferstehung werden mit den Bildern, Objekten und Skulpturen in den Fokus gestellt. Oder aber friedliche Koexistenz, wenn am Entree zum Hauptausstellungsraum in einem Lichtobjekt von Christoph Brech die Symbole der drei großen monotheistischen Religionen aufleuchten: ein Stern für das Judentum, ein Halbmond für den Islam und ein Kreuz für das Christentum.

Diözesanmuseum Osnabrück: „Kreuz Wege Positionen – Zeitgenössische Ansichten zu einem Ursymbol“. 24. Februar bis 27. Mai, Di.–So. 10–18 Uhr.


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