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Die Musikalität fördern Projekt „Musikalische Grundschule“ feiert Osnabrücker Bergfest

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<em>Passend zum Projektthema</em> „Musikalische Grundschule“ sangen und tanzten die Schüler der Stüveschule zur Bergfest-Eröffnung. Foto: Gert WestdörpPassend zum Projektthema „Musikalische Grundschule“ sangen und tanzten die Schüler der Stüveschule zur Bergfest-Eröffnung. Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. Musik gemacht wurde natürlich auch. So sangen und tanzten Stüveschüler zur Bergfest-Eröffnung der „Musikalischen Grundschule“ das Lied „Wir reisen durch Europa“ zur Melodie der Eurovisionshymne. Das passt doch zu einem Projekt, das unter anderem auch herkunftsübergreifend das Gemeinschaftsgefühl stärken will.

Seit dem letztjährigen Schuljahresanfang gibt es in Niedersachsen das Projekt „Musikalische Grundschule“, an dem 101 Schulen teilnehmen. In Osnabrück sind es zwei: die Grundschule Sutthausen und die Stüveschule. In letzterer wurde nun das Bergfest für die Fortbildungsregion Osnabrück mit ihren 27 Schulen aus dem Weser-Ems-Bezirk gefeiert. Weil in dem auf zwei Jahre angelegten Projekt nun eines vergangen ist, trafen sich die Musikkoordinatoren und Leiter der Schulen zu einer Zwischenauswertung, um sich untereinander auszutauschen, wie sie das Projekt bisher umgesetzt haben.

Prägend für das Projektprofil sind die vier Ms: Es soll mehr Musik von mehr Lehrkräften in mehr Fächern und zu mehr Gelegenheiten in Schulalltag und -leben eingebracht werden. Da werden etwa im Matheunterricht die Zahlen eins bis zehn über Musik und Tanz erlernt. Oder im Deutschunterricht die Personalpronomen.

Je zwei Lehrer – ein Musikkoordinator und sein Tandempartner – nehmen an Fortbildungen teil und tragen ihr Wissen in ihre Schule weiter. Wie genau die Umsetzung aussieht, ist aber von Schule zu Schule anders. An der Stüveschule etwa ist Cornelia Wille die Musikkoordinatorin. „Einige Lehrer machen nur einmal in der Woche Musik im Unterricht, andere jeden Tag, sagt sie. Das Lehrerkollegium in der Grundschule im Schinkel nimmt regelmäßig Lieder auf einer CD auf, die sie im Unterricht einsetzen können. Wille und Schulleiter Martin Igelmann besuchen aber auch die Schulstunden, um Lieder und Tänze einzuüben.

Das alles soll nicht nur die Musikalität fördern. Es gehe auch darum, „Stärken der Kinder zu entdecken, anzusprechen und damit positive Lernerfahrungen zu ermöglichen – unabhängig von Herkunft, Sprache und Bildungsstand“, zitierte Birgit Wenzel vom niedersächsischen Kultusministerium beim Bergfest die Präambel des Rahmenkonzeptes zur „Musikalischen Grundschule“. Mit anderen Worten: Sprachgrenzen werden mit Musik schneller überwunden. Das sei vor allem in einer Schule wie der Stüveschule, wo es viele Kinder mit Migrationshintergrund gebe, wichtig, so Ruth Koop, Fachberaterin für musisch-kulturelle Bildung bei der Landesschulbehörde und Projektleiterin der „Musikalischen Grundschule“. Auch bei der Inklusion, die ab Sommer in allen Schulen eingeführt wird, könne Musik helfen, Barrieren abzubauen und Teilhabe zu ermöglichen, zitierten Koop und ihr Projektpartner Hans-Jürgen Iske das wichtige Schlagwort zum Thema. Iske betonte außerdem, dass die musikalische Förderung nachhaltig über den Projektzeitraum hinaus in den Schulen eingeführt werden solle.

„Ich habe eine ganz große Hochachtung davor, was Sie tun“, lobte Ute Welscher von der Bertelsmann-Stiftung die Lehrer beim Bergfest. Ihre Stiftung steuert und verantwortet das Projekt mit dem niedersächsischen Kultusministerium und dem niedersächsischen Landesinstitut.


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