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Teil des Kinderhospitals zieht um Mehr Platz für die Kinder- und Jugendpsychiatrie am Osnabrücker Schölerberg

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Große Pläne für den Umbau des Kinderhospitals am Schölerberg: Vorsitzender Hans-Christian Sanders (links) und Verwaltungsdirektor Wilfried Siemering. Foto: Jörn MartensGroße Pläne für den Umbau des Kinderhospitals am Schölerberg: Vorsitzender Hans-Christian Sanders (links) und Verwaltungsdirektor Wilfried Siemering. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Das Kinderhospital zieht bald in das neue Christliche Kinderkrankenhaus um. Das Kinderhospital bleibt aber auch am bekannten Standort Schölerberg in Osnabrück. Was verwirrend klingt, ist eigentlich ganz einfach: Die Kinder- und Jugendmedizin zieht in den Neubau, die Kinder- und Jugendpsychiatrie bleibt an der bekannten Adresse und bekommt dort mehr Platz.

Hans-Christian Sanders, Vorsitzender des Trägervereins, erklärt es immer wieder mit großer Begeisterung. Die Pädiatrie des Kinderhospitals und die Pädiatrie des Marienhospitals tun sich unter dem Dach den neuen Christlichen Kinderhospitals zusammen. Nach langer Vorbereitung entstand eine ökumenische, gleichberechtigte Partnerschaft: Das katholische Marienhospital und das Kinderhospital in evangelische Tradition sehen hier die Chance, in Zeiten sinkender Kinderzahlen und steigender Kosten ihre Kräfte zu bündeln.

Steigende Nachfrage

Vier Stationen mit 67 Planbetten werden ab April in das neue Haus neben dem Marienhospital umziehen. Mit ihnen gehen 200 Mitarbeiter, die voll oder in Teilzeit dort arbeiten. Der Auszug ist die Chance für die Kinder- und Jugendpsychiatrie. Sie ist in der bald 140 Jahre alten Einrichtung ein noch recht junger Zweig, mit immer weiter steigender Nachfrage. Entsprechend groß ist der Raumbedarf. Der Weggang der Kinderheilkunde schafft den benötigten Platz.

Damit kann in den kommenden Jahren Schritt für Schritt ein Masterplan umgesetzt werden. Er sieht unter anderem vor, die Zahl der vollstationären Plätze um zehn auf 60 zu erweitern. „Die Auslastung liegt bei deutlich über 90 Prozent“, sagt Verwaltungsdirektor Wilfried Siemering. Die Wartezeit auf einen Platz kann auch schon mal vier Monate betragen. Und das, obwohl die durchschnittliche Aufenthaltsdauer von 42 Tagen klar unter dem Bundesdurchschnitt von weit mehr als 50 Tagen liegt. „Unser Ziel ist es, die Kinder so schnell wie möglich in den Alltag zurückzuführen.“

Um die jungen Patienten möglichst gar nicht aus ihrer vertrauten Umgebung zu holen, sollen unter anderem auch die Angebote in der Tagesklinik ausgeweitet werden. Zudem ist der Trägerverein nach Auskunft des Vorsitzenden Sanders derzeit in Verhandlungen mit dem Landkreis, um dort eine zweite Tagesklinik einzurichten und Landkreisbewohnern lange Fahrtzeiten zu ersparen.

Auf dem Gelände entsteht zudem ein Sozialpädiatrisches Zentrum mit dem Schwerpunkt Diagnostik für chronisch kranke, mehrfach behinderte Kinder und Jugendliche. Dort arbeiten Mediziner, Psychologen, Pädagogen und Sozialarbeiter Hand in Hand. In den kommenden Jahren werde deshalb auch das Personal um ärztliche und therapeutische Mitarbeiter aufgestockt, berichtet Siemering.

Der Umbau kostet gut acht Millionen Euro, ein dicker Batzen kommt dabei vom Land. Der Betrieb läuft uneingeschränkt weiter.

Auch die Kinderheilkunde bleibt bis zum Sommer am bekannten Standort erreichbar. Erst dann wird der Umzug in den Neubau abgeschlissen sein.


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