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Ein Kolbenhieb für den Retter der Soldaten

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150 KILO SPRENGSTOFF enthielt die Bombe, die 1989 in der britischen Kaserne in Eversburg von IRA-Terroristen gezündet wurde.150 KILO SPRENGSTOFF enthielt die Bombe, die 1989 in der britischen Kaserne in Eversburg von IRA-Terroristen gezündet wurde.

Dem Wachmann Günter Kittelmann war es zu verdanken, dass der Bombenanschlag auf die Quebec-Kaserne in Eversburg in der Nacht zum 19. Juni 1989 keinen Menschen tötete. Gut 16 Jahre nach der Tat wurde gestern der mutmaßlich fünfte Attentäter im spanischen Torremolinos verhaftet.

Hunderte Eversburger waren in jener Nacht aufgeschreckt, als in der britischen Kaserne eine Bombe explodierte und die Druckwelle noch in einigen hundert Meter Entfernung Fenster zerbersten ließ. Später mussten viele Anwohner für Stunden ihre Häuser verlassen, während vier weitere Bomben, die nicht gezündet worden waren, entschärft wurden.

Dass die Sprengsätze nicht hochgegangen waren, verdankten Soldaten und Bürger dem Rentner Günter Kittelmann aus Hilter, der auf dem Kasernengelände eine deutsche Baustelle bewachte. Er hatte die Attentäter bei einem Rundgang entdeckt.

Die IRA-Aktivisten gaben zwar einen Schuss auf ihn ab, der jedoch nicht traf, und schlugen ihn dann mit einem Gewehrkolben nieder. Aber sie waren bei der Tat gestört worden und mussten flüchten, bevor sie vier weitere Bomben aktivieren konnten. Nur eine explodierte.

Der aufmerksame Wachmann wurde später vom damaligen Ministerpräsidenten Albrecht mit der "Erinnerungsmedaille für Rettung aus Gefahr" ausgezeichnet. Im Mai 1991 ehrten ihn die Briten mit der Verleihung der Tapferkeitsmedaille. Tragisch dabei: Auf dem Weg zum Festakt in der Bonner Botschaft erlitt der Rentner eine Herzattacke.

Vier der am Anschlag beteiligten IRA-Terroristen wurden in den folgenden Jahren identifiziert und festgenommen, Jahre später wegen versuchten Mordes zu hohen Haftstrafen verurteilt.

Nur der fünfte Mann war den Fahndern bis gestern nicht ins Netz gegangen. Ihm kam die Polizei bei einer Routinekontrolle in der Touristenhochburg Torremolinos an der Costa del Sol auf die Spur. Gegen den 44-jährigen Iren besteht seit 1989 ein deutscher Haftbefehl.

Am 28. Juni 1996 war die Eversburger Kaserne erneut Ziel von IRA-Terroristen: Sie feuerten drei Mörsergranaten ab. Auch diese Täter wurden ermittelt.


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