„Wie ein Geschenk des Himmels“ Unterstützung für alleinerziehende Studentinnen

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Mutter und Tochter: Durch die finanzielle Unterstützung von „Madame Courage“ konnte die alleinerziehende Maren Fehrlage ihr Studium erfolgreich abschließen. Foto: Uwe LewandowskiMutter und Tochter: Durch die finanzielle Unterstützung von „Madame Courage“ konnte die alleinerziehende Maren Fehrlage ihr Studium erfolgreich abschließen. Foto: Uwe Lewandowski

Osnabrück. Wenn Maren Fehrlage an das Ende ihres Studiums denkt, fällt ihr nur eins ein: „Es war wie ein Geschenk des Himmels“, sagt die 34-Jährige. Damit meint sie die Unterstützung durch das Projekt „Madame Courage“. Denn ohne eine monatliche Finanzspritze hätte die alleinerziehende Mutter ihren Abschluss nicht machen können und stünde heute ohne Beruf da.

Es waren anstrengende Zeiten, die die damalige Studentin der Ökotrophologie (Ernährungswissenschaften) vor vier Jahren durchmachen musste. Ihre Gedanken kreisten immer um dasselbe: Wie sollte sie ihrer kleinen Tochter Marlene und sich selbst den Lebensunterhalt sichern? Ihr Bafög lief aus, eine Verlängerung war unmöglich. Hartz IV konnte sie nur beantragen, wenn sie sich exmatrikuliert hätte. Doch wie sollte sie dann ihr Studium beenden?

Andere Geldquellen hatte sie nicht. Parallel zu Studium und Betreuung ihrer Tochter arbeiten zu gehen, hätte zeitlich nicht funktioniert. Einen Studienkredit aufzunehmen, wäre der absolute Notnagel gewesen: „Denn dann wäre zur Rückzahlung des Bafögs nach dem Studium noch die Abzahlung des Kredits gekommen“, zählt Fehrlage die Belastungen auch anderer Studentinnen mit Kind auf. „Ich wusste nicht, was ich tun sollte“, erinnert sie sich.

Dann hat sie jedoch von der Möglichkeit gehört, bei „Madame Courage“ einen Antrag auf Unterstützung zu stellen. Das Projekt fördert alleinerziehende Studierende ohne ausreichendes Einkommen oder Vermögen maximal zwei Semester lang. Die Höhe lehnt sich an das Bafög an, das Geld muss aber nicht zurückgezahlt werden. Anträge können Studenten stellen, die in der Stadt oder im Landkreis wohnen.

Finanziert wird „Madame Courage“ über Spenden. Träger des Projekts ist der Sozialdienst katholischer Frauen (SKF). Die Gleichstellungsbüros der Osnabrücker Hochschulen sitzen als Kooperationspartner mit im Boot. „Im sozialen Netz fehlt ein Faden für Studierende mit Kind“, sagt Bettina-Charlotte Belker, die Gleichstellungsbeauftragte der Hochschule, und betont zudem: „Eine verlängerte Studienzeit sieht das Bafög-Gesetz für sie nämlich nicht vor.“ Und andere Gesetze würden alleinerziehende Studentinnen mit Kind nicht auffangen.

Sieben Studentinnen mit insgesamt zehn Kindern wurden bislang durch „Madame Courage“ gefördert, die Mütter konnten ihr Studium abschließen. Zugesagt ist derzeit eine weitere Förderung - für noch eine weitere fehlt das Geld.

„Wir prüfen, was die Antragstellerin braucht“, erläutert Belker, die sich über Spenden für „Madame Courage“ freut. Dann ergänzt sie: „Wir brauchen eine Novellierung des Bafög-Gesetzes“. Bis dahin sind Studentinnen wie Maren Fehrlage auf Spenden an „Madame Courage“ angewiesen. Fehrlage konnte mithilfe des Projekts ihr Studium erfolgreich abschließen. Inzwischen hat sie eine unbefristete Stelle gefunden, für die sie das Studium qualifiziert hat und mit der sie sehr zufrieden ist. Mittlerweile lebt sie auch wieder in einer glücklichen Partnerschaft. „Ohne Madame Courage hätte ich das alles nicht geschafft“, resümiert Maren Fehrlage.

Weitere Informationen und Kontakt unter www.madame-courage-os.de


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